Sonntag, 16. Oktober 2011

Ein bisschen Alltag

Essen:
Hier in Afrika wird das Brot nicht etwa im Ofen gebacken. Nein es wird gekocht und heisst dann logischerweise Kochbrot. Dazu wird der Teig in eine leere Toastplastiktüte gepackt und für ca. 3 Stunden in einen Topf mit kochendem Wasser gelegt. Das was dann da raus kommt ähnelt Stuten (also Weißbrot), allerdings ohne Zucker. Ich find´s eigentlich ganz lecker und es ist definitiv eine gelungene Abwechslung zum üblichen Toast, den wir sonst jeden Morgen essen.

Da es fast nur noch Pub (Maisbrei) mit Soße gab und dazu Kürbis in allen Variationen, den aber irgendwie nur ich gerne mag, haben wir das Gespräch mit Mama Clara gesucht. Wenn es Kartoffeln oder Reis dazu gab, hat es nie gereicht für sieben oder mehr Personen. Zwei von uns haben sich sogar über Tage nur von Toast mit Ketchup ernährt, was natürlich auch nicht gerade gesund ist. Als Hannes und ich letzte Woche dann wieder aus Joburg zurück kamen, gab es eine Art Roundtable mit Clara, Connie und Wendy. Zum Glück hatten die anderen das Thema Essen schon angesprochen. Seit dem gibt es immer genug Reis, Kartoffeln oder sogar Nudeln, die aber leider immer extrem verkocht sind. Den Pub rührt von uns nur selten jemand an. Auf die Dauer ist das Zeug auch wirklich nicht gerade lecker, da wir das in unseren Arbeitsstellen auch fast täglich bekommen. Ich bin immer froh, wenn es Gemüse gibt, wie Kürbis, Möhren (die machen die mit Zucker, echt lecker) oider so ein grünes Gemisch aus Bohnen, Erbsen und Kartoffelpüree. Manchmal gibt es auch Kohl oder Rote Beete. Wir haben schon festgestellt, dass die Leute hier so an Pub gewöhnt sind, dass sie das lieber essen, als alles andere. Oder sie essen eher zum satt werden und legen wenig Wert auf den Geschmack.
Ich dachte immer, dass es in Afrika eine Menge Gewürze gibt. Zumindest hier in Kgautswane hab ich davon noch nicht viel gemerkt (außer die Knorr-Tüten für die Soßen...). Trotzdem finde ich das Essen meistens lecker. Man kann halt nicht von so einer Vielfalt ausgehen wie es sie bei uns in Deutschland gibt.

In der Schule gibt es noch weniger Abwechslung: Mo, Mi und Fr = Pub, Di= Stanza (das ist ähnlich wie sehr grober Milchreis mit Bohnen) und Do= Reis. Dazu immer eine undefinierbare Soße aus Fleisch. Einmal in der Woche ist die Soße aus Fisch, oder besser gesagt aus Fischresten mit Gerippe und... Dazu können sich die Schüler verschiedene Leckereien kaufen. Eine Delikatesse hier sind gekochte Hühnerbeine (mit Zehennägeln dran!). Alle freuen sich immer, wenn es diese gibt, ich hab mich bis jetzt aber noch nicht überwinden können die zu probieren.
Amelie und ich bleiben dann doch lieber bei den Fatballs, die ihren Namen zurecht tragen. Das sind Teigbällchen, ein bisschen wie Berliner ohne Füllung. Die Leute hier essen die immer mit den besagten Soßen und schauen uns entgeistert an, wenn wir Zucker drüber kippen. Ein Fatball kostet 50ct (= 5 Eurocent), aber mehr als 3 kann man davon auch nicht essen. Ich freu mich in der Schule immer auf die einzige Pause (von 11.30-12.15Uhr), dann kaufen wir uns unsere Fatballs und setzen uns gemütlich unter einen schönen Baum. Von diesem Platz hat man übrigens eine tolle Aussicht auf Kgautswane, da sich unsere Schule auf einem Berg befindet.



Schulalltag:
Morgens um 7.15Uhr werden wir von einem Lehrer unserer Schule mit dem Auto abgeholt. Um 7.45Uhr beginnt dann offiziell der Unterricht. Montags und freitags haben wir allerdings in der ersten Stunde einen Morgenappell. Alle Schüler und Lehrer versammeln sich dazu in Reih und Glied auf dem Schulhof . Es beginnt immer mit einem Lied, was eine Schülerin mit einer supertollen Stimme anstimmt und alle anderen stimmen ein. Danach folgt eine Ansprache auf Sepedi, noch ein Lied und dann ein Gebet. Amelie und ich mussten auch schon mal beten, wir haben dann einfach das Vater unser auf deutsch gebetet, was alle ganz toll fanden. Nach dem Gebet redet der Principal (Schulleiter) nochmal zu den Schülern. Wenn diese Prozedur in der glühenden Sonne vorbei ist, sollte eigentlich der Unterricht starten. Meistens haben wir allerdings nochmal ein Meeting im Stuffroom, die dem irgendetwas diskutiert wird.

Ein großes Problem hier ist, dass die Lehrer sehr oft für sich entscheiden nicht in den Unterricht zu gehen. Wenn man sie darauf anspricht haben sie ja soooo viel zu tun oder sind einfach viel zu müde. Ich muss sagen, es gibt echt Lehrer hier die mehr Zeit im Stuffroom verbringen als im Klassenzimmer. Und dann schicken sie die Schüler noch hin und her um irgendetwas für sie zu machen. Wasser oder Essen holen. Den Teller  abspülen, oder sonst was. Freitags werden auch immer alle Autos gewaschen. Sehr kurios. Ich finde der Principal müsste da mehr durchgreifen, er ist sehr demokratisch mit den Lehrern, was diese offensichtlich ausnutzen. Ich frage mich auch manchmal warum ich eigentlich in der Schule bin. Es ist natürlich kein Problem, dass ich jetzt alle 9er in Englisch und Mathe habe. Aber ich finde es unmöglich, dass die entsprechenden Lehrer in dieser Zeit nur im Stuffroom sitzen und nichts tun. Und wenn man dann fragt, was man demnächst vorbereiten soll, oder Hilfe braucht sind alle furchtbar beschäftigt und haben keine Zeit. Komisch.Ich weiß im Moment auch noch nicht wie ich das ansprechen kann. Die Leute hier im Center wissen von dem Problem.
In den Klassen läuft es erstaunlich gut, auch wenn ich für Mathe natürlich immer einiges vorbereiten muss.



Vor ein paar Tagen kamen zwei Mädchen aus meiner 9 zu mir ins Center und sagten allen ernstes: „Mam Mogketwa, alle Kinder in der Schule mögen sie. Sie machen einen guten Unterricht und schlagen nie. Deshalb möchten wir gerne ihre Schuhe waschen!“ Ich war natürlich ein bisschen irritiert und hab noch zwei mal nachgefragt, ob sie das wirklich machen wollen. Tja, sie haben dann tatsächlich meine Schuhe gewaschen, die wirklich dreckig waren. Connie hat mir später gesagt, dass das üblich ist hier und das es sehr unhöflich gewesen wäre das Angebot abzulehnen. Meine Schuhe sehen jetzt aus wie neu. =D

Samstag, 8. Oktober 2011

Joburg

Ich sag nur: Ich bin so froh, dass ich gesund und munter in Johannesburg angekommen bin!
Am 7.10.2011 um 7.30Uhr standen Hannes und ich gewaschen und gestriegelt an der Straße und warteten auf ein Taxi Richtung Ohrigstad. Nach ner guten halben Stunde kam dann auch endlich eins (zum Glück kannten wir den Taxifahrer schon) und brachte uns sicher zur Ohrigstad Police Station. Dort angekommen kauften wir erst mal Chips und Schoki, um die lange Fahrt nach Johannesburg zu überstehen.
Wir warteten weitere 45 Minuten auf unseren City to City Bus, mit dem wir zunächst nach Pretoria fahren wollten. Von dort aus sollten wir den Zug Richtung Johannesburg nehmen und an der Haltestelle Rosebank aussteigen. Dort würde uns Wendy, die Freundin von Mama Clara abholen. Soweit so gut. Der Bus war viel komfortabler als gedacht und überraschenderweise voll mit weißen, afrikaans-sprechenden Menschen. Die Fahrt nach Pretoria (für die die´s interessiert: wir sind von Ohrigstad, über Lydenburg, Belfast und Middleburg gefahren) dauerte mit Pausen ca. 6,5 Stunden und kostete nur ca. 16 Euro. Soweit so gut.
Im Bahnhof von Pretoria war es kein Problem ein Ticket in Richtung Joburg zu kaufen. Das kostete erstaunlicherweise auch nur 9 Rand (ca. 90ct). Schon da hätte uns auffallen können, dass es keine weiteren weißen Menschen im Bahnhof gab...
Glücklich über das günstige Ticket fanden wir schnell das richtige Bahngleis und stiegen in den Zug ein. Dort wunderten wir uns erst mal, dass die Türen während der Fahrt selbstverständlich offen blieben. Eigentlich super für Liebesfilme, da kann immer noch jemand rein oder raus springen! Die nächste Verwunderung kam, als alle 5 Sekunden jemand wahlweise mit Süßigkeiten, Eis, Bananen, Orangen, Tomaten, Zwiebeln, Sicherheitsschlössern, Federmäppchen, Spülschwämmen oder sonstigem Kram kam, den er für ein paar Rand verkaufen wollte. Nun gut. Auch da hätte und auffallen können, dass wir die einzigen weißen Menschen im ganzen Zug waren! Betont locker standen wir im immer voller und voller werdenden Zug und warteten auf unsere Haltestelle.
Wir sollten gegen 16.45Uhr in Rosebank ankommen. Um 16.50Uhr fragten wir dann mal unauffällig einen Herren, wann denn die Haltestelle Rosebank komme. Dieser konnte mit dem Namen leider nichts anfangen und fragte prompt weiter. Irgendwann wusste unser ganzes Abteil, wo wir hinwollten. Da war´s dann wohl mit dem unauffälligen Verhalten. Ergebnis war: Wir hatten zwar das richtige Ticket für diesen Zug, sitzen aber leider im Falschen Zug. Dieser fährt NICHT nach Rosebank. Wir saßen nämlich in der Metro (Bimmelbahn) und nicht im Gautrain, der uns direkt nach Rosebank gebracht hätte. Schade. Weiteres Problem: Wir hatten nur die Festnetznummer von Wendy, nicht ihre Handynummer! Großartig. Irgendwann ging zum Glück eine Freundin von Wendy ans Telefon und gab mir ihre Handynummer. Wendy war völlig fertig als ich ihr erzählt habe wo wir gerade sind. Sie meinte wir sollen sofort aussteigen und ein privates Taxi zu ihr nehmen. Das ging leider nicht, weil wir viel zu weit von Johannesburg weg waren. Nach einigem Hin und her (ich glaube mittlerweile wusste der ganze Zug wo wir hinwollten und das wir keine Ahnung hatten wo wir sind!!) beschlossen wir, dass wir wohl oder übel nach Johannesburg zur Parkstation (Hbf) fahren mussten und von dort ein Taxi zu ihr nehmen sollten. Sie meinte noch: „Passt auf euch auf. Nehmt kein Geld oder sonstiges aus eurer Tasche. Das ist der gefährlichste Ort von ganz Johannesburg! Sprecht mit keinem Menschen!! Fragt nicht nach dem Weg!!! Steigt einfach in ein privates Taxi und ruft mich an, dann sag ich dem Fahrer wo er hin muss.“ Ok, kein Problem. Bislang waren alle Menschen sehr freundlich. Dann kam das erste Township und der Zug hielt einige Minuten an. Da hatte ich zum ersten mal richtig Angst! Die Townships sehen wirklich aus wie auf den Fotos, ganz ganz schlimm. Ich hab nur noch gebetet, dass wir bald ankommen, denn in Südafrika wird es sehr früh dunkel. Und als hätte es nicht schlimmer kommen können: Es wurde sehr schnell dunkel!
Grandios, im Dunkeln, als Weiße in Johannesburg am Bahnhof und kein Plan wo man jetzt ein privates Taxi her kriegen soll. Wir waren wirklich (mir drei jungendlichen Punks und einem Metzger) die einzigen weißen Menschen im gesamten Bahnhof. Dem Taxischild folgend fanden wir erst mal nur einen riesigen Platz mit unseren gewohnten Sammeltaxis, in die wir aber auf gar keinen Fall einsteigen durften. Von allen Seiten kam nur: Wohin wollt ihr? Steigt ein, steigt ein. Einer meinte noch: „Don´t get lost.“
Uns blieb keine andere Wahl, wir mussten zurück in den Bahnhof und nach einem Taxi fragen. Zum Glück haben wir nettes Sicherheitspersonal gefunden. Eine Frau am Kiosk schickte uns dann noch um eine dunkle Ecke. Dort standen zwar viele Autos, aber kein Taxi mit Schild. Irgendwann haben wir doch eins gefunden, aber leider ohne Fahrer. Sofort kam ein anderer, der ein Taxi ohne Schild hatte. Zum Glück blieb Hannes standhaft und verneinte sein Angebot. Wir warteten lieber auf den Fahrer des offiziellen Taxis, der auch irgendwann kam. Nachdem wir mit Wendy telefoniert hatten, hätte er eigentlich wissen müssen wo er hinfahren musste. Wusste er aber nicht. Wir sind dann nochmal ca. 45 Minuten durch die Nacht von Joburg gefahren. Ich muss sagen, er war wirklich bemüht, wusste aber einfach nicht wohin. Nach unzähligen Telefonaten mit Wendy und ihrem Mann Buster, machten wir einen Treffpunkt aus. Buster und Wendy haben sich mittlerweile an die örtliche Polizei (SAPS, die werden bezahlt und bewachen dafür die Häuser und Straßen hier) gewendet, damit sie dem Fahrer auf Sepedi erklären konnten wo er hin muss. An einer Tankstelle haben wir sie dann endlich gefunden! Oh man...
Nun ja, wir waren insgesamt ca. 12 Stunden unterwegs. Das war ein Abenteuer, ich sag´s euch. Ich bin eigentlich nur fasziniert, dass mein ganzes Geld noch da ist =).

Wendy hat ein ganz tolles Haus und vor allem: eine warme Dusche! Heute Abend setzen wir uns einfach in ein Taxi, fahren zum Stadion und werden auch wieder abgeholt! Ich werde berichten. Jetzt freu ich mich erst mal auf Coldplay!

Fortsetzung:

Am Nachmittag hat uns Wendy in eine Mall gefahren. Ein schickes Einkaufszentrum, in dem wir Geld wechseln und vor allem richtig einkaufen konnten. Ich meine damit einkaufen und nicht shoppen! Im Keller war nämlich ein Supermarkt, in dem wir Ketchup, Cockies, Wasser (in Flaschen!), Saft, Gewürze und sogar Nutella bekommen haben. Und noch was tolles: richtiges Brot! Danach sind wir mit Wendy und Anni (eine Freundin, aus England, die grade zu Besuch ist) noch essen gegangen.
Über Johannesburg an sich ist zu sagen: Wenn man weiß wo die schönen Ecken sind, sieht man von der Kriminalität so gut wie gar nichts. Die Teile die ich gesehen habe waren entweder nur mit weißen Menschen (Konzert und Mall) oder nur mit farbigen (Parkstation!). Eine ganz schön krasse Trennung, die ich so nicht erwartet habe. Bin gespannt wie das in anderen afrikanischen Großstädten wie Pretoria oder Pietersburg ist. Ich denke Kapstadt ist da eine echte Ausnahme.

Am Abend wurden wir dann von einem privaten Taxi abgeholt und zum Konzert gebracht. Vor dem FNB Stadion war richtig was los. Fressbuden und laute Musik.




Wir waren ca. eine Stunde früher da und konnten uns daher richtig gute Plätze sichern. Die Vorband hieß „The Parlettons“. Jeder Mensch in diesem Stadion (außer Hannes und mir) konnte jedes Lied dieser südafrikanischen Band mitsingen. Übrigens waren von 60.000 Menschen nur gefühlte 10 Personen farbig, was wirklich erschreckend war, immerhin war das Ganze in Johannesburg! Das komplette Personal war allerdings farbig... Das Konzert war super! Und die Stimmung im Stadion auch. Hannes war etwas erstaunt, dass das Bier nur 15 Rand (1,50Euro) gekostet hat. Das mussten wir natürlich ausnutzen. Gegen 24.00Uhr hat uns unser Taxi dann wieder eingesammelt und sicher nach Hause gebracht.


Wendy und Anni haben Hannes und mich am Sonntag dann mit dem Auto wieder nach Kgautswane gefahren. An diesem Abend hatten wir noch eine Diskussion, in der mir einige Punkte nochmal klar wurden. Eine unserer Aufgaben ist es ja Leute ins Center zu holen. Wendy hat uns nochmal darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig wir für die Region sind. Wir können die fitten Kinder und Jugendlichen mit Angeboten motivieren ins Center zu kommen und somit ihrer vielen Freizeit einen Sinn geben. Bis jetzt machen sie nämlich nicht besonders viel und sind eher perspektivlos. Das einzige was sie sicher wissen ist, dass sie aus Kgautswane raus wollen! Wenn wir diese Kids nun motivieren und fördern können, wäre das vielleicht ein Schritt in die Zukunft.
Wir haben uns also vorgenommen Sportangebote zu schaffen wie Fußball, andere Ballspiele oder eine Tanzgruppe (die übernehme ich =). Ich hab mich bei den Mädels beim Netball spielen (das ist hier ein typisches Ballspiel, ähnlich wie Basketball) schon mal umgehört und die sind ganz heiß auf tanzen. Außerdem wollen wir einen Computerkurs  und einen Deutschkurs initialisieren.

Von Gewitter und Festlichkeiten

Im Center gibt es 7 Roundavells (also Rundhütten), in denen Gäste übernachten können. Diese sind von innen echt total schön. Mit abgetrenntem Schlafbereich und einem Bad. Wir sollten auch erst in den Roundavells wohnen, aber jetzt hat sich das ja nochmal geändert. Schade eigentlich. Auf jeden Fall kommen wirklich immer mal wieder Gäste vorbei. Meistens Leute aus Pretoria oder Johannesburg. Das ist sehr praktisch, weil man dadurch gute Kontakte knüpfen kann. Außerdem merkt man den Unterschied zwischen Stadt- und Landmenschen extrem. Stadtmenschen können zum Beispiel deutlich besser Englisch. Das ist ab und zu mal ganz nett. Als die letzten Gäste hier waren haben wir unseren ersten Braai gemacht. Es gab eine spezielle Südafrikanische Grillwurst. Das war echt ganz lecker und eine gelungene Abwechslung zum sonstigen Essen.

Am Freitag waren alle sehr früh von der Arbeit zurück, da es der letzte Tag vor den Ferien (eine Woche) war. Wir haben eigentlich gar nichts besonderes gemacht, jeder hat chilläxxt (neue, sehr passende Wortschöpfung von Max). Am Abend sind wir noch schnell zum Shop gelaufen, um Bier (750ml Carlsberg für n Euro) zu kaufen. Im Laufe des Abends haben wir dann immer mal wieder ein Leuchten hinter den Bergen gesehen. Das war ein echtes Naturschauspiel! Da wir in einem Tal wohnen, sind wir von einer Bergkette umgeben. Ihr müsst euch das so vorstellen: es ist komplett dunkel und im Abstand von wenigen Sekunden leuchtet es hinter den Bergen, sodass man nur die Silhouette sehen kann. Das komische war, dass man zuerst überhaupt keinen Donner gehört hat, sondern nur das Leuchten gesehen hat. Innerhalb von etwa einer Stunde kam das Gewitter dann immer näher und näher und die Luft hat sich auch sehr schnell verändert. Erst kam der Wind, der einen kleinen Sandsturm ausgelöst hat. Dann der Regen und kurz später sogar richtige Hagelkörner. Ich hab selten ein so heftiges Gewitter so schnell kommen gesehen. Zum Glück war es nach ca. 30 Minuten auch schon wieder vorbei.
Das Zimmer von Vera und mir ist quasi nur ein Anbau, daher ist das Dach auch nur aus Wellblech. Ich hatte etwas Angst, dass es rein regnet, da ich wenige Tage vorher ein Loch im Dach provisorisch mit Panzertape geflickt habe... aber es hat gehalten =D. Es war nur unglaublich laut! Unser erstes Gewitter in Afrika. Ich denke das war eher ein harmloses, mal schauen ob das Dach beim nächsten auch hält.

Samstag war ein ruhiger, gemütlicher Tag. Aber es gab ein Highlight: Wir haben Pizza gemacht. Eine Lehrerin aus Veras und Max Schule hat uns die Tage Hefe und Mozarellascheiben mitgebracht. Tomatensoße, Mais und Ananas hatten wir noch vom letzten Einkauf da. Allerdings war das Ganze dann doch nicht so einfach, weil wir für 12 Leute Pizza machen sollten, es aber natürlich nur zwei Bleche gab. Außerdem ist der Ofen mindestens 20 Jahre alt, also ohne spezielle Einstellungen. Der wird einfach heiß. Fragt nicht wie, irgendwie haben wir es geschafft, dass am Ende alle Stücke halbwegs warm und vor allem lecker waren!

Am Sonntag waren wir auf einer Hochzeit eingeladen. Dafür mussten wir Mädels unbedingt ein Kleid oder einen Rock anziehen. Ist hier ganz wichtig, sobald es mit der Kirche zu tun hat. Das Taxi war für 10.00Uhr bestellt, die Feier ging aber schon um 9.00Uhr los. Im Endeffekt waren wir gegen 10.45Uhr am Ort des Geschehens. Die Feier fand in einem großen Zelt statt. Als wir ankamen saßen alle Leute schon in dem Zelt. Alle waren total glücklich, dass wir da waren und dankten Gott dafür. Uns wurden dann auch erst mal Stühle in die allererste Reihe gestellt! Eine alte Frau kam zu uns, schmiss sich vor uns auf den Boden und gab jedem die Hand. Das war etwas merkwürdig. Aber ansonsten war alles sehr festlich. Ich glaube es waren 6 oder 7 Pastoren im Zelt, die nacheinander einen Part übernahmen. Allerdings war alles sehr zwanglos. Zwischendurch stimmte immer wieder irgendjemand ein Lied an, in was alle Menschen einstimmten. Dabei standen alle auf und tanzten. Das mag ich an Afrika, alles ist so ungezwungen. Allerdings waren die Lobpreisungen auf Gott und das Wort der Bibel doch noch extrem konservativ. „Folgst du dem Wort der Bibel nicht, kommst du zu Satan und bist ein gebrochener Mensch!!“ und so was.
Wir haben erfahren, dass die Menschen hier nicht aus Liebe heiraten. Wenn ein Mann eine Frau toll findet, geht er zu seinem Pastor. Dieser wiederum geht zur Familie der Frau und diese kann dann entscheiden, ob sie den Mann heiraten will oder nicht. Wenn nicht, muss die Frau aber eine gute Begründung liefern. Und Sex vor der Ehe geht auch gar nicht. Ich denke die Einstellung haben aber nur noch die Menschen in ländlichen Regionen.
Nach dem offiziellen Teil gab es dann Essen. Übrigens ist hier jeder zur Hochzeit eingeladen. Wer kommen will kommt. Ich würde tippen, dass heute ungefähr 200 Leute da waren. Es gab zwei Möglichkeiten an Essen zu kommen: entweder man durfte von dem leckeren reichhaltigen Buffet im Zelt essen, oder man musste sich draußen in eine sehr lange Schlange stellen, um Pub (Maisbrei) und Chicken zu bekommen. Wir hatten die Ehre und durften von dem Essen im Zelt nehmen. So anders als unser tägliches Essen war das allerdings auch nicht. Reis, Pub, Kürbis, rote Beete, verschiedene Bohnensalate, Chicken und grüner Salat. Ist alles sehr lecker, aber wenn man das jeden Tag isst, wird’s irgendwann langweilig.
Nach dem Essen kamen auf einmal das Brautpaar mit den Brautjungfern und Männern aus dem Zelt getanzt. Das war ganz witzig. Die haben gesungen und getanzt und die Gäste standen am Rand und haben kräftig mitgesungen.
Gegen 13.30Uhr war das ganze Spektakel allerdings sehr schnell wieder vorbei und die Frauen haben angefangen ab zu schmücken. Obwohl noch alle Gäste da waren.

Wir wurden dann noch von einer Lehrerin aus der Grundschule zu sich nach Hause eingeladen. Sie wollte Vera unbedingt ein Chicken schenken. Man muss dazu sagen, dass Vera total Angst vor Vögeln und Hühnern hat! Sie war also nicht so begeistert. Die Lehrerin meinte daraufhin, dass sie das Huhn vorher schlachten will und wir können es dann abends grillen. Klasse. Im Haus der Lehrerin angekommen, wurde uns erst mal das 3 stündige Hochzeitsvideo von ihrem Sohn gezeigt. Das war eher langweilig und wir waren sehr froh, als nach ner guten Stunde endlich unser Taxi da war, um uns wieder nach Hause zu fahren. Bis jetzt haben wir noch kein Huhn bekommen, ich werde berichten.

Ach ja, ich hab meinen ersten Heiratsantrag bekommen. Den habe ich aber natürlich freundlich abgelehnt. War etwas zu alt der Gute... ;o)


Donnerstag, 29. September 2011

News aus Kgautswane (Rietfontein)

Das wichtigste zuerst: Ich habe einen neuen Namen: „Mokgetwa“. Jeder bekommt im Laufe der Zeit einen Sepedi-Namen. Mokgetwa bedeutet so viel wie „the chosen“, also die Auserwählte. Die Leute hier finden den Namen alle total toll und nennen mich alle so.

Arbeit:
Ich glaube Amelie und ich haben es noch am Besten getroffen in der Secondary School. Bei uns verstehen zumindest alle irgendwie Englisch und man kann sich mit den Lehrern und Schülern unterhalten. In den beiden Kindergärten sprechen die Kinder alle nur Sepedi und werden teilweise geschlagen. Außerdem müssen sie überwiegend ruhig sitzen und dürfen nur wenig spielen. In der Grundschule hat eine Klasse 70 Kinder! Und auch die werden geschlagen, wenn sie nicht gehorchen. Und da soll man dann unterrichten...

Das größte Problem in unserer Secondary School ist im Moment, dass die Lehrer lieber im Lehrerzimmer sitzen, als in den Unterricht zu gehen, weil sie ja sooo viel zu tun haben.   Noten eintragen zum Beispiel. Amelie und ich waren in den letzten Tagen die einzigen, die ein Klassenzimmer von innen gesehen haben. Tja und die Schüler müssen sich den ganzen Tag irgendwie selbst beschäftigen. Und dann wundern sich alle warum sie mit ihrem Unterricht nicht voran kommen und alle Schüler so schlecht sind. Hoffentlich ist das grad nur in der Phase der Notengebung so. Die sehen uns da wirklich schon als richtige Lehrer an. Also Leute warum eigentlich studieren? Kann man doch alles so, wenn man das mal irgendwann in der Schule gelernt hat. =D
Zwei der Lehrer wollten unbedingt einen deutschen Namen haben, weil wir uns ihre richtigen Namen eh nicht merken können. Also heißt der eine ab jetzt Hans und der andere Josef, kurz Sepp. Das passt irgendwie zu denen und sie hören auch immer wenn wir sie so rufen =D.

Freizeit:
Um 14.30Uhr ist für uns die Schule aus und wir können nach Hause gehen. Die Schüler müssen aber montags, dienstags und donnerstags noch zur study-time da bleiben. Manche singen dann im Chor oder lesen noch etwas. Bis 16.00Uhr.
Wieder zu Hause angekommen wird bald der Tisch gedeckt, um Mittag zu Essen. Richtig nervig ist, dass wir immer das ganze Geschirr von allen anwesenden Leuten (also zum Beispiel von Gästen) abwaschen müssen. Das ist echt Arbeit und dann ist es auch meistens schon wieder 17Uhr- 17.30Uhr. Und gegen 19Uhr wird der Tisch wieder gedeckt, um Abendbrot zu essen... In der Zwischenzeit spielen wir oft Wizard oder irgendwas anderes. Nach dem Abendbrot können wir dann nochmal schnell ins Internet oder Baden/Duschen. Das Wasser dafür wird auf einem Gasherd erhitzt, weil wir kein warmes Wasser haben. Im Moment haben wir noch nicht mal kaltes fließendes Wasser weil irgendwas kaputt ist. Ich sag euch, es ist ganz schön schwierig ohne Wasserspülung auf´s Klo zu gehen, etc. Man muss immer Wasser von draußen aus einer Tonne holen. Naja, immerhin gibt es überhaupt Wasser =).
Und dann ist der Tag auch schon wieder rum. Da es gegen 18Uhr schon dunkel wird sind alle sehr früh müde und gehen schon gegen 21.30Uhr ins Bett.

Wochenende:
Da wir am Wochenende nichts besonderes geplant haben, beschlossen wir den Samstag als Waschtag zu nutzen. Wasser erhitzen und mit den Klamotten in die erste Badewanne schmeißen. Nach 30 Minuten durch waschen, danach in die zweite Badewanne mit kaltem Wasser schmeißen und irgendwie versuchen das Waschmittel raus zu bekommen. Das war gar nicht so einfach. Mama Clara hatte sogar eine Waschmaschine gekauft, als sie von Connie gehört hat, dass wir in Deutschland alle Waschmaschinen haben. Diese war Samstag allerdings noch nicht angeschlossen. Mittlerweile funktioniert die auch mit ein bisschen Improvisation. Leider spült die auch nur mit kaltem Wasser, sodass die Anziehsachen nie ganz sauber werden. Aber zumindest wird der ganze Staub raus gewaschen.
Am Wochenende waren ca. 200 Kinder hier, um etwas über die Kirche und ihren Glauben zu lernen. Leider waren sie fast die ganzen zwei Tage nur in der großen Halle und haben Dauergottesdienst gehalten. Da auch einige Pfarrer hier im Center waren, haben wir am Abend eine Andacht gehalten. Ein paar einheimische Mädels sind auch mit gekommen und haben uns zwei Lieder beigebracht, die wir zusammen gesungen haben. Das war echt ganz cool.
Am nächsten Tag wollten drei von uns unbedingt in den Bergen wandern gehen. Sie waren ca. 6 Stunden unterwegs! Wir anderen haben nach dem Frühstück Karten gespielt. Dabei haben sich einige ältere Damen neben uns eingefunden und angefangen zu singen und zu tanzen. Englische Lieder, so gospelmaessig und eins in Sepedi. Das fand ich echt schön und hab einfach mit gesungen. Nach ein paar Minuten hieß es dann: Los wir gehen jetzt rüber in die große Halle und singen für die Kinder! Dafür mussten Frederike und ich extra Röcke anziehen. Die Kids haben uns ganz verwundert angeschaut. Sie haben wohl nicht damit gerechnet, dass wir auch singenund tanzen können.
Ich find´s so toll, wie einfach jemand anfängt zu singen und die anderen stimmen dann mit ein.
Der Rest des Tages verlief ganz ruhig.

Wir haben entdeckt, dass Facebook am Tag gesperrt ist, weil hier im Center Schulcomputer stehen. Aber abends und am Wochenende ist das freigeschaltet. Wenn also jemand mit mir schreiben will geht das nur so ab 20Uhr.

Sonntag, 25. September 2011

Was bisher geschah...

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll.
Wie ihr ja wisst sind wir sieben Freiwillige aus Deutschland (Frederike, Amelie, Vera, Max, Hannes, Manuel und ich). Hier in Kgautswane angekommen, wurden wir sehr freundlich von Mama Clara und Connie empfangen. Mama Clara ist die Chefin hier, sie hat das Community Center gegruendet, in dem wir auch wohnen. Das Center muesst ihr euch ungefaehr so vorstellen: Es gibt eine grosse, leere Halle die gemietet werden kann und einen etwas groesseren Raum, in dem Seminare stattfinden und einheimische Kunst verkauft wird. Ansonsten gibt es noch drei kleine Raueme (in einem davon stehen zum Glueck 10 PC mit Internetanschluss). Ich hab immernoch nicht ganz verstanden wie viele Leute hier eigentlich arbeiten, um die 6 denk ich. Mama Claras Haus befindet sich direkt neben dem Center. Dort wohnen wir auch. Wir haben immer zu zweit ein kleines Zimmer, in dem wir aber eigentlich nur schlafen. Das Badezimmer ist recht gross: 2 Toiletten, 2 Badewannen und ne Dusche. Das Problem ist nur, dass wir seit Tagen kein fliessendes Wasser mehr haben. Das muss man von draussen aus einem Tank holen. Wenn wir warmes Wasser brauchen erhitzen wir das auf einem Gasherd. Bin gespannt wie lange die Gasflasche noch haelt...
Man kann sagen, dass wir es wirklich gut erwischt haben, denn die Leute um uns herum wohnen deutlich aermlicher! Wir sind das einzige Haus mit fliessendem Wasser (wenn's denn funktioniert), aber immerhin haben alle Elektizitaet.

Essen:
Das Essen hier ist sehr gewoehnungsbeduerftig. Jeden Tag gibt es Pub (Maisbrei), dazu Chicken was nicht gerade appettitlich aussieht, Kuerbis und Bohnen. Manchmal aber auch Kartoffeln. Man kann es essen und das ist ja das wichtigste. Der "Saft" wird aus irgendeinem undefinierbarem Sirup gemacht, auch total suess. Das Einzige was man wirklich bedenkenlos trinken kann ist Tee. Leider werden viele Speisen (wie Mayo) nicht gekuehlt und mit der Hygiene laeuft's auch nicht besonders... Am Anfang hatten wir alle Probleme mit dem Bauch, aber man gewoehnt sich erstaunlich schnell dran.

Arbeit:
Ich arbeite mit Amelie in der Maokeng Secondary School. Zum Glueck werden wir jeden Morgen von einem Lehrer mit dem Auto abgeholt, sonst muessten wir 30 Minuten laufen, Berg hoch. Am ersten Tag wurden wir sehr freundlich von allen Lehrern empfangen. Offensichtlich gibt es einen Mangel an Mathelehrern, denn ich muss Mathe unterrichten! Auf Englisch... super. Und glaubt nicht, dass die hgier einfachere Sachen machen, als wir in Deutschland! Meine erste Stuinde sah also so aus, dass Theresa (Mathelehrerin) mir ein Buch in die Hand gedrueckt hat und meinte: So wir sind bei den Exponentialaufgaben. Tja, also hab ich mit denen die Exponentialregeln wiederholt und Aufgaben gemacht. Die erwarten einfach, dass wir ohne Vorbereitung unterrichten koennten. Demnaechst soll ich auch noch Bio mit den 12ern machen und die auf ihrem Abschluss vorbereiten. Hmmm, ich dachte eigentlich, dass ich erst mal schauen kann wie unterrichtet wird und dann vielleicht selber unterrichten... war wohl nichts.
Was wirklich bescheuert ist, ist dass jeden Tag eine Arbeit geschrieben wird. Die Mathearbeit der 9er bestand aus Aufgaben, die die noch nie gemacht haben. Ergebnis ist natuerlich, dass fast alle hoechstens 10 von 100 Punkten erreichen. Toll. Und ich durfte am Wochenende ueber 100 Arbeiten korrigieren. In jeder Klasse sind ca. 38 Schueler. Da die Arbeiten von der Regierung vorgegeben werden, sind die Lehrer auch recht hilflos und es scheint auch so, als waere es ihnen egal was die Schueler fuer Noten bekommen. Bin gespannt wie das noch wird. Ein Hoffnungsschimmer ist das Fach: Art and Culture. Da machen sie Dinge wie Theater, Tanzen und Musik. Hoffentlich kann ich wenigstens da mitmachen. Und es gibt einen Chor. Die Leute haben's wirklich im Blut! Und sooo tolle, kraeftige Stimmen. Das war richtig toll!

Leider werden hier in den Kindergaerten und Grundschulen die Kinder geschlagen, was fuer die anderen echt hart ist. Man wusste das zwar vorher, aber wenn man's dann selber erlebt ist es nochmal was anderes. Wir haben vor demnaechst ein Seminar zu machen zum Thema: Wie ist die Kindererziehung in Deutschland. Mal schauen ob jemand kommt.

Was noch?
Oh ja: Wir sind in der Zeitung! Mit Bild =) Der Journalist sollte eigentlich am Mittwoch kommen, wann kam er? Freitag! Was erwartet man von einem Journalisten? Das er Fragen stellt und dann einen Artikel verfasst. Unser Journalist meinte wir sollen mal was schreiben und er schaut drueber. Super... naja wir haben dann halt zusammen was verfasst und der Artikel ist dann auch ganz gut geworden =)

Freitag waren wir in Lydenburg. Mit oeffentlichen (Grossraumtaxi fuer 15 Personen und Bus). Das war ein Spass: Erst sind wir mit dem Taxi nach Ohrigstad, aber leider ist uns der Bus vor der Nase weggefahren. Was macht der Taxifahrer: Gibt Gas und bremst den Bus so aus, dass wir noch mitfahren durften =)
Lydenburg selbst ist ganz ok, Es gibt einen KFC,eine Bank, ein Internetcafe und ein paar Geschaefte, nichts spannendes. Allerdings leben dort sehr viele weisse Menschen, sodass wir nicht mehr herausstachen. Hier in Kgautswane sind wir die einzigen Weissen!
Auf jeden Fall haben wir jeder afrikanische Simkarten gekauft. Meine neue Nummer muss aber noch aktiviert werden. Sobald das passiert ist koennt ihr mich sehr guenstig anrufen, sofern ihr einen Telekom-Anschluss habt! Fuer ca 4ct die Minute. Meine Nummer werd ich euch per Mail schicken.

Das war's erstmal fuer heute. Ich freu mich ueber Kommentare =)

Montag, 19. September 2011

Aller Anfang ist schwer...

Hallo zusammen! Nach einer sehr langen Anreise bin ich gut in Suedafrika angekommen! Die ersten Tage waren ungewohnt (wir haben zum Beispiel kein warmes Wasser und im Moment ist es recht kalt hier), wir sind froh, wenn die Toilettenspuelung ueberhaut funktioniert. Allerdings wohnen wir alle sieben in einem Steinhaus und immerhin haben wir ein richtiges Badezimmer mit einer Dusche, zwei Badewannen und zwei Toiletten. Das ist schon totaler Luxus hier. Die Hygiene laesst aber wie erwartet zu wuenschen ueber. Drei von uns haben Bauchschmerzen und eine musste sogar schon zu einem Doktor nach Lydenburg (Magen-Darm). Zum Glueck sind wir alle gut ausgestattet mit Medikamenten.

Heute war mein erster Arbeitstag in der Maokeng Secondary School. Die Lehrer sind alle sehr freundlich und erwarten viel von uns. Ich glaube sie denken ich koenne alles unterrichten, nur weil ich studiert habe. Ich werde auch immer als Social Worker vorgestellt... Auf jeden Fall habe ich heute direkt eine 9.Klasse in Mathe unterrichtet. Ich kann euch sagen, das ist gar nicht so einfach. Mathe(!) und dann noch auf Englisch. Demnaechst soll ich auch die 12er unterrichten, natuerlich auch in Mathe. Mal sehen wie das wird.
Wir haben eine Art Internethuettchen, aber das Internet ist sehr langsam. Ich werde mich in den naechsten Tagen ausfuerlicher melden!
Bis dann
Eure frierende Julia

Mittwoch, 7. September 2011

Vorbereitungsseminar in Wiesbaden

Hallo Freunde!
Zur Zeit befinde ich mich noch auf dem Vorbereitungsseminar in Wiesbaden. Wir, die sieben südafrikanischen Freiwilligen, verbringen hier 10 Tage mit Leuten die nach Bolivien, Nicaragua, Peru und Rumänien gehen werden. Themen des Seminars sind unter anderem: Interkulturelle Kompetenzen, der Kulturbegriff an sich, Leben und Arbeiten in einer anderen Kultur, Spezielle Infos zum Gastland,...
Alle zukünftigen Freiwilligen sind sehr offen und interessiert, sodass das Seminar bis jetzt echt Spaß macht. Nur der Zeitpunkt ist schlecht gewählt. Kurz vor der Ausreise in ein fremdes Land hat man vielleicht doch noch andere Dinge zu tun, als 10 Tage lang in einer Jugendherbereg zu sitzen. Wir bekommen so viele Infos und Ideen, dass doch noch einiges zu organisieren ist.
Aber gut, das wird schon!

Leute, nur noch 8 Tage!!!