Samstag, 25. Februar 2012

Geburtstag

Die Zeit geht momentan so schnell vorbei. Mein Geburtstag ist auch schon wieder rum. Es war ein ganz schöner Tag in der Sonne Südafrikas!

Die anderen haben mich morgens mit einem vollen Frühstückstisch überrascht. Denn die Pakete und Briefe die im Vorfeld angekommen sind wurden natürlich heimlich von Fredsen eingezogen und ich durfte sie erst am Donnerstag öffnen. Außerdem lagen auf dem ganzen Tisch verteilt leere Zigarettenschachteln. Das ist ein Brauch aus Veras Gegend: Wenn man 25 wird und noch nicht verheiratet ist, bekommt man 25 „alte Schachteln“, weil man dann selber eine alte Schachtel ist. Na toll...


Von den anderen Freiwilligen habe ich eine Holzschale mit ganz vielen Gutscheinen bekommen. Zum Beispiel für einen Cider, einen Schokoriegel, eine Massage, ein mal Bad putzen frei, usw. Außerdem einen Gutschein für die Hinfahrt und Übernachtung in Phalaborwa, denn da findet übernächstes Wochenende das Marula Festival statt. Der Eintritt wird mir auch bezahlt. Ich freu mich, denn auf dem Festival treten viele afrikanische Gruppen auf. Ich hoffe auf ein buntes, afrikanisches Wochenende.

Da wir diesen Monat noch nicht in Lydenburg waren, haben wir beschlossen, unseren monatlichen Trip auf meinen Geburtstag zu legen. Dort waren wir dann erst mal ein bisschen shoppen und am Mittag gemeinsam mit Connie essen. Dazu wurde ich nämlich auch noch eingeladen. Ich durfte mir aussuchen wohin wir gehen und hab mich für´s Steakhaus entschieden. Nachdem wir uns alle den Bauch vollgeschlagen haben, fragte Vera den Kellner nach zwei Luftballons für mich, weil ich Geburtstag habe. Der Kellner gab mir dann drei Luftballons, eine Krone und sagte: „Stell dich mal auf den Tisch!“ Er hat dann das Personal zusammengetrommelt und die haben für mich ein afrikanisches Geburtstagslied gesungen =). Außerdem hab ich noch ein Dessert geschenkt bekommen.


Nachdem wir alles in Lydenburg erledigt hatten, sind wir mit dem Taxi nach Ohrigstad gefahren, zu Anton und Toenike, einem bekannten Pfarrehepaar von Mama Clara. Die beiden wohnen etwas versteckt in einem richtig schönen Haus. Ich kannte die beiden gar nicht und fand es natürlich super, dass wir dort einfach meinen Geburtstag feiern konnten und so herzlich willkommen geheißen wurden. Während Anton den Grill für den Braai vorbereitete sind wir anderen mit seiner Frau spazieren gegangen. Auf unserem Weg durch den Busch haben wir einen rieeesigen Ameisenhügel gesehen. 


Der Ausblick und die Natur waren wirklich schön. Toenike hat auch immer nach Schlangenspuren Ausschau gehalten, aber keine gesehen. Denn stellt euch vor, vor ein paar Tagen hatten wir gleich zwei große Schlangen im Center. Ich habe nur die eine gesehen, allerdings war die da schon tot. Die Katzen haben das zum Glück für uns erledigt. Erst dachten wir die Schlange wäre gar nicht so groß gewesen, aber das was wir gesehen haben war nur ein kleine Stück der Schlange, den Rest hatten die Katzen schon gegessen, und der Körper war relativ dick. Ich bin echt froh, dass wir so viele Katzen hier haben!
Nachdem wir wieder am Haus waren mussten wir erst mal unsere Füße waschen.

Zur Feier des Tages kamen dann noch Mama Clara, Regina (unsere Sepedi-Lehrerin), Goodwill und Isaja (die beiden arbeiten im Center). Zusammen haben wir dann einen leckeren Braai gemacht. Es gab dieses mal sogar Salate.

Regina, Connie und Isaja.








 
 













Jeder der Geburtstag hat bekommt eine „kleine“ Torte von Mama Clara geschenkt. Hier seht ihr meine:

Ein Traum in Pink und Rosa... genau meine Farben :D



Wir konnten sie natürlich nicht ganz aufessen, deshalb hab ich den Rest am nächsten Tag mit in die Schule genommen und unter den Lehrern ausgeteilt. Ganz nach afrikanischer Sitte wird sich meistens nicht mit dem zufrieden gegeben was man bekommt, sondern es werden gleich zwei oder mehr Stücke verlangt. Das werde ich wohl nie richtig verstehen. Ich glaube trotzdem, dass sie sich gefreut haben. Der Principal hat sogar noch für mich gesungen.

Also wie ihr seht hatte ich einen schönen Tag. Am Abend habe ich dann auch noch skypen können. Das war schön. Vielen Dank an alle die mir gratuliert haben.
Ach noch was: Ich habe blöderweise meine deutsche Handykarte verlegt. Wenn mir also noch jemand geschrieben hat vielen Dank. Nicht wundern, wenn ich mich nicht melde.

Dienstag, 14. Februar 2012

Zwischenseminar

Kaum zu glauben aber wahr, es wurde Zeit für´s Zwischenseminar. (grandioser Reim =)

Ich bin jetzt tatsächlich schon fast 5 Monate hier in Südafrika. Wie schnell die Zeit doch vergeht. In der letzten Woche hatten wir Besuch aus Deutschland: unser Chef Herr Kühn und die Leiterin der Volunta Akademie Susanna Horn waren hier, um unser Zwischenseminar zu gestalten. Der ursprüngliche Plan war es, dass ich gemeinsam mit Connie unser Seminar durchführe. Allerdings ist in der Zwischenzeit doch einiges passiert (vor allem in Bezug auf die Kommunikation mit der Partnerorganisation, also Mama Clara) und deshalb hat sich Volunta glücklicherweise entschlossen das Seminar doch selbst zu gestalten. Ihr glaubt gar nicht wie froh ich im Nachhinein bin, dass ich das Ganze nicht machen musste.

Letzten Samstag trafen also Herr Kühn und Susanna in Kgautswane ein und es gab, wie immer wenn Gäste da sind, reichlich Essen. Zur Feier des Tages haben wir sogar einen Braai gemacht. Es gab landestypische Boreworst und Steaks.
Am Sonntag sind wir dann mit zwei Autos nach Dullstroom aufgebrochen. Dort waren wir in einem kleinen, aber gemütlichen Hotel mit schönem Garten untergebracht. Das Beste daran war, dass im gleichen Haus ein Pub war.

Sonntagabend ging es mit einer kleinen Kennenlernrunde los, denn Susanna kannte uns ja noch gar nicht. Anschließend teilte uns Herr Kühn ernsthaft mit, dass er nur das Frühstück für uns gebucht hatte (das war schon super, man konnte nämlich Ei in allen Variationen bestellen. Außerdem gab´s Bacon, Obst, Müsli und Joghurt). Mittags UND abends könnten wir also Essen gehen wo wir wollten! Ich sag euch, ich hab glaubig noch nie sooo viel gegessen in meinem Leben. Vor allem kulinarisch gesehen war die Woche schon ein Highlight: wir konnten essen was wir wollten. Da gab´s dann mal ein Hähnchen-Krabben Curry, Scampis, die mich noch angeguckt haben, Calamari und natürlich Steaks. Nicht zu vergessen die Deserts: gebratene Erdbeeren in Caramellsoße, Schoko-Minz-Souffles, Erdbeer-Schokoladen-Frühlingsrollen, Brownies mit Schokosoße und Eis! Sehr, sehr lecker alles. Wir haben mit Sicherheit alle zugenommen in dieser Woche =)

Nun zu den Themen:
Ein wichtiger Punkt war natürlich die Kommunikation mit Mama Clara. Wir haben uns mal überlegt was bisher gut lief und was schlecht. Da kamen einige Punkte zusammen. Zum Beispiel, dass sie uns oft wie kleine Kinder behandelt und uns gar nicht zu Wort kommen lässt, oder dass wir meistens keine Ahnung haben was im Center so läuft und wann wir Gäste bekommen. Es heißt dann häufig: „Hannes kannst du mal das Tor öffnen.“ Blöd nur, dass es manchmal schon mitten in der Nacht ist.
Ein weitere Punkt war, dass Connie eigentlich unsere Mentorin sein soll, also eine neutrale Vermittlerin bei Problemen. Das läuft leider auch gar nicht, da sie viel zu emotional an Mama Clara gebunden ist, was als Tochter ja auch irgendwo verständlich ist.
Diese und weitere Punkte hat sich Herr Kühn zu Herzen genommen und ist am Mittwoch damit nach Kgautswane gefahren. Dort wurden alle Punkte mit Mama Clara besprochen. Das war wirklich toll, da Herr Kühn der Einzige ist, der in diesem Rahmen mit Mama Clara sprechen kann. Mama Clara hatte im Endeffekt auch noch ein paar Forderungen:
Wir sollen sie MAMA Clara nennen. Ich gebe zu, es passiert mir ab und zu, dass ich nur Clara sage, nachdem ich sie manchmal 5 mal angesprochen habe und sie nicht hört. Aber ich habe gelernt, dass es in dieser Kultur ein Ausdruck von Respekt ist, sie mit Mama anzusprechen.
Eine weitere Forderung ist, dass wir in Zukunft nur noch Englisch am Tisch sprechen. Es ist ja so, dass wir meistens alleine essen. Aber auch wenn Mama Clara oder Connie mit am Tisch sitzen verfällt man einfach sehr leicht ins deutsche. Ich kann total verstehen, dass sie sich dann natürlich ausgegrenzt fühlen. Daran werden wir arbeiten, aber ich denke das kriegen wir hin.

Am Dienstag kam Frau Dr. Edda Holl aus Joburg zu uns. Sie ist in Deutschland geboren und wohnt nun schon seit Jahren in Südafrika. Edda hat gemeinsam mit verschiedenen Theaterpädagogen Projekte mit afrikanischen Jugendlichen gemacht. Sie hat uns verschiedene Methoden gezeigt wie man mit afrikanischen Kindern und Jugendlichen arbeiten kann. Das Ganze war sehr kulturpädagogisch aufgezogen, also genau mein Ding. Es ging nochmal um Kommunikation und unsere eigenen Sprachen (also auch Dialekte). Weiterhin haben wir einige Problemlagen aus unserem Arbeitsalltag angesprochen. Also ich kann sagen wir haben sehr viel Input am Dienstag bekommen.

Der Mittwoch war der härteste Tag. Es ging um unserer Beziehung unter den Freiwilligen, also um unsere Gruppe. Wir sind sieben diskussionsfreudige und total unterschiedliche Leute, kein Wunder also das es da öfter mal zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Morgens hat Susanna mit uns erst mal ein paar Teamaufgaben gemacht, bei denen wir super zusammengearbeitet haben. Wir sind ja schließlich auch n gutes Team. Am Mittag wurde es dann aber sehr persönlich. Jeder konnte jedem jeweils eine Herzkarte, eine Blitzkarte und eine Wolkenkarte schreiben, also was finde ich gut an der Person, was nicht und was ist mir unklar. Das war gar nicht so leicht und wie gesagt, es wurde sehr persönlich und emotional. Am Ende des Tages war aber soweit alles geklärt. Der ganze Tag war wirklich sinnvoll und es ist klar, dass ich das als Seminarleitung niemals so hätte gestalten können, weil ich ja selber Teil der Gruppe bin.

Donnerstagmorgen kam dann Johann zu uns. Bei ihm haben wir über Silvester geschlafen. Johann hat uns eine 59 Seitige Präsentation über die Geschichte Südafrikas gehalten. Sehr interessant, weil man nochmal Infos außerhalb der Apartheid bekommen hat, aber auch super anstrengend. Er hat uns dann noch einen Film über den Anglo-Boer-War gezeigt, der einfach zu viele Details hatte. Aber ansonsten: super!

Am letzten Tag haben wir dann nochmal auf unsere verbleibende Zeit in Kgautswane geschaut und überlegt was wir noch alle erreichen wollen.
Abends gab es einen sehr leckeren Braai vom Haus aus. Ich hab selten so riesige Steaks gesehen! Wir haben das Semiar dann noch gebührend im Pub ausklingen lassen ;D und am Samstag ging es auch schon wieder zurück nach Kgautswane. 

Ach, ich hab was vergessen. Wir kennen jetzt die Trainer und den Pressesprecher des deutschen Langlaufkaders. Die waren zufällig auch grad in Dullstroom im Trainingslager. =)

Da die ganze Woche schon von Essen geprägt war, hat Herr Kühn abschließend noch für uns gekocht. Als Vorspeise gab es Forelle, dann Steaks, Bauchfleisch, Lamm und Boreworst und eine Auswahl an leckeren Salaten. Puhhh... 

Da stell ich gard meine persönliche Gefühlslandschaft vor :D

Das Restaurant hieß Mrs. Simpson. Ziemlich cool, überall hingen Schule, Taschen und Bilder.

Hier mit Edda fleißig am arbeiten.

Fällt euch was auf? Das war nbicht etwa der Hauptgang, sondern das DESERT!

Von rechts nach links: Amelie, Fredsen, Vera und ich.

Unser sehr nettes Hotel und Pub Personal. Links sehr ihr Michael, der echt ein enormes Wissen und Interesse hatte. Super Typ, der wenn es sein muss auch weiße Leute aus dem Pub wirft.
 

Dienstag, 31. Januar 2012

Gleich zwei mal Untertage

Ich weiß nicht genau was momentan mit Mama Clara los ist, man könnte annehmen sie wäre im Ausflugfieber. Jedenfalls haben wir letzten Freitag wieder einen Ausflug gemacht und zwar in eine Miene. Morgens um 6.00Uhr stand das Taxi vor der Tür. Außer uns und Mama Clara sind auch noch Matibe, Goodwill und Cindy (die auch im Center arbeiten), sowie Regina und Annah mitgefahren. Regina ist unsere Sepedi- Lehrerin. Auf ging´s nach Burgersfort in die Platinum Mine. Wir kamen nur eine halbe Stunde zu spät, was für afrikanische Verhältnisse echt pünktlich ist, wurden dann mit Schutzoverall, Stahlstiefeln, Socken, Schutzbrille, Helm, Handschuhen und Ohrenstöpseln ausgestattet und sollten uns umziehen. Blöd nur, dass noch drei Paar Stiefel und einige andere Sachen fehlten. Also mussten wir warten. Als dann endlich alle fertig angezogen waren hieß es: „Alle wieder ausziehen, der Termin wurde soeben abgesagt, weil ihr zu spät seit!“ Da haben wir uns natürlich geärgert, da es ja nicht unsere Schuld war. Trotzdem meinte Clara es hätte keinen Sinn mit Afrikanern zu diskutieren. Zum Glück ist Annah irgendwie mit der Miene verbunden. Einige Telefonate mit oberster Stelle später, durften wir uns dann also doch wieder anziehen. Puh noch mal Glück gehabt.
Weiter ging es mit einer Einführung in die Bestimmungen der Miene und gefühlte 50 Unterschriften. Nach dieser Prozedur durften wir dann endlich weiter und haben unseren Guide Francois kennen gelernt. Der hat uns dann noch mit einer Kopflampe samt Batterie und einer Metallbox mit Atemgerät für den Notfall ausgestattet. Das war vielleicht alles schwer kann ich euch sagen! Und mir war schon Übertage total heiß.
Drei Sicherheitstore später wurden wir in futuristische Fahrzeuge gesteckt und ca. 600m unter die Erde gefahren. Wir kamen uns vor wie auf einer Mission aus irgendeinem Actionspiel.
In der Miene war ganz normaler Betrieb. Wir wurden zuerst zu einer Maschine gebracht, die Löcher in die Wand bohrt, damit die Wand dann Stück für Stück mit Dynamit weg gesprengt werden kann. Danach hat unser Guide uns zu einem sehr tiefen Loch gebracht. Da musste man am Rand des Lochs über dicke Kabel und anderes Zeug klettern. Und oh Wunder, sogar Mama Clara hat das mit voller Ausrüstung geschafft!
Das absolute Highlight war dann aber der Seatlift. Eigentlich dürfen Besucher glaubig gar nicht damit fahren, aber Vera hat den Guide gefragt und er hat es uns jungen Leuten erlaubt. Dafür musste man erst mal sehr viele Stufen runter laufen, die echt teilweise hoch waren. Mit den Stiefeln war das schon anstrengend, außerdem war es ja nicht gerade kalt da Untertage. Der Seatlift dient dazu die Arbeiter Untertage zu befördern. Das war lustig, da hat man sich einfach so drauf gesetzt und wurde wie mit einem Skilift befördert. An der Endstation wurden wir dann wieder mit dem Fahrzeug angeholt.
Ich glaube trotzdem, dass alle froh waren als wir wieder heil und munter oben abgekommen sind. Alle waren extrem verschwitzt. Zum Glück wurden dann auch Handtücher, Shampoo und Deo verteilt.
Es war definitiv ein Erlebnis da unten! Mir wurde schon komisch, als da neben uns ein Fahrzeug mit hochexplosivem Sprengstoff überholte. In der Miene arbeiten ca. 3000 Leute, davon 10% Frauen. Zumindest verdienen sie nicht schlecht.

Nach der Miene sind wir noch zu einem anderen Community Center gefahren. Dort haben uns einige Frauen empfangen. Sie haben sogar für uns gesungen und getanzt. Und es gab leckeres Essen.
Nachdem wir dann noch kurz einem Chief Hallo gesagt haben, diesmal sogar eine Frau, sind wir noch schnell nach Burgersfort gefahren und haben eingekauft.
Abends waren alle ziemlich kaputt.

Am nächsten Tag ging klingelte für Hannes, Lena, Amelie und mich schon um 4.30Uhr der Wecker! Wir wollten nämlich mit Petrus (dem Bruder von Clara) zu den Echo Caves wandern. Fragt mich nicht warum wir dazu schon sooo früh aufstehen mussten, denn im Endeffekt sind wir doch erst um 6.00Uhr los gelaufen. Es hieß man bräuchte ca. 1,5 Stunden für den Weg. Hmmm, wir waren dann 4 Stunden unterwegs und ich habe, dank der Stiefel vom Vortag, jeden Muskel in meinen Beinen gespürt. Trotzdem war die Wanderung echt toll. Wir sind quasi durch die Berge und fremde Dörfer gelaufen.
Gegen 10Uhr haben wir dann endlich die Echo Caves erreicht. Das sind Höhlen, in denen sich 1840 bei dem Krieg Mhloloholo (fragt mich nicht wie man das schreibt) ein ganzes Volk versteckt hat. Das Spannende daran war, dass man teilweise wirklich durch enge Gänge gegangen ist. Also Platzangst durfte man dort nicht haben. Außerdem gab es echt faszinierende Steingebilde. Ich interessiere mich eigentlich ja nicht so für Steine, aber da sah zum Beispiel wirklich was aus wie ein Elefantenkopf, oder wie ein riesiger Vogelstrauß.

Dach der Führung haben wir dann noch was gegessen und wurden danach von Clara und den anderen mit einem Taxi abgeholt. Manuel und Fredsen waren am Morgen auf einer Beerdigung, weil leider eine Frau aus Fredsens Creche gestorben ist. Wir wussten, dass wir nach den Caves noch irgendwohin fahren würden. Blöd nur, dass Mama Clara vergessen hat zu erwähnen, dass wir schwimmen fahren! Naja, also am Tag zuvor ging das Gerücht rum, aber ich hab´s nicht ernst genommen. Wieso sollten wir auch nach 4 Monaten schwimmen fahren!? Die anderen haben zumindest Handtücher mitgebracht. Wir sind also tatsächlich zu einem Resort gefahren wo es einen Pool gab! Das ich keinen Bikini dabei hatte, hat mich aber natürlich trotzdem nicht davon abgehalten schwimmen zu gehen. Die meisten Afrikaner haben überhaupt keinen Bikini und es war eh nicht so viel los. Also bin ich einfach in Unterwäsche schwimmen gegangen...
Endlich mal wieder schwimmen! Das war super.
Am Abend haben wir es dann noch ausgenutzt, dass Lena in einer eigenen Rundhütte schläft. Dort kann man wenigstens mal laut Musik aufdrehen und ein bisschen tanzen. Wirklich ein guter Tag!

Was ist sonst noch passiert?
Ich habe ja jetzt meine eigenen beiden Klassen in Englisch und Mathe. Heute kam Nelson zu uns und sagte: „Ich wunder mich warum ihr hier sitzt und keine Stunden Planungen macht!“ Ähhm, ich plane meine Stunden, aber halt in meinem Heft. Gut, wir sind ja erst 4 Monate an dieser Schule und ich hab bis heute noch keinen einzigen Lesson-Plan gesehen. Wie wir dann freundlicherweise erfahren haben, muss man immer montags einen Wochenplan abgeben und zwar auf einem speziellen Formular. Gut. Warum zum Teufel gehen Afrikaner immer davon aus, dass ich alles wissen muss oder nach Dingen fragen kann von denen ich nicht mal weiß, dass sie existieren!?! Naja, jetzt plane ich meine Stunden eben genau eine Woche vorher. Wobei das eigentlich nicht möglich ist, da ich ja immer schauen muss wie weit ich komme. Man muss in dem Formular aber genau angeben was man an dem Tag macht und mit welchen Methoden, etc. Und was passiert wenn man seinen Plan mal spontan ändert, weil die Schüler vielleicht gerade nicht in der Lage sind sich den Stoff selbst zu erarbeiten? Oder einfach länger brauchen? Puh...

Hier noch ein paar Bilder:


Nach der Miene, aber nur noch mit halber Ausrüstung.

Die älteren Damen im Center, die für uns gesungen nund getanzt haben =).Die





Mein erstes Chamälion!



Wir haben einen kurzen Stop in einem Spaza-Shop gemacht. Das blaue Ding ist eine Juke-Box!! Man konnte für 1 Rand ein Lied hören. =)

Die Früchte vom Kaktus kann man essen. Allerdings ist es nicht so einfach die zu pflücken!
Petrus in den Echo Caves. Das sah echt aus wie ein Elefantenkopf!
Das war vor dem Haus des Chiefs, also einer Frau. Soll wohl irgendwelche Geister fernhalten.

Wasser!!
Das bekannte Schuh-Haus. Findet man auch bei Google Earth.Ist ganz in unserer Nähe.

Samstag, 21. Januar 2012

Afrikanischer Regen und dessen Folgen...

Verrückt“ ist wohl das Wort was den afrikanischen Sommer am besten beschreibt. Es ist Tage lang super heiß und dann kommt er irgendwann: Der Regen.
Von Deutschland ist man es ja gewohnt, dass es auch mal mehrere Tage regnet, aber hier ist das Wetter für mich auch nach 4 Monaten noch ziemlich komisch.
Vor einer guten Woche fing das Ganze an. Man konnte das Gewitter förmlich kommen sehen. Da wir die afrikanischen Gewitter eigentlich mittlerweile gewohnt sind dachten wir wir können trotzdem draußen Abendessen wie immer. Nach 5 Minuten sind wir dann aber doch rein gegangen ins kleine Esszimmer (da dürfen wir eigentlich nicht essen, warum auch immer...). Irgendwann haben wir dann das Licht ausgemacht, weil die Blitze einfach so unglaublich schön waren! Vom Fenster aus kann man über den Fußballplatz schauen und man hat immer eine gute Sicht auf das Spektakel. Nur diesmal waren die Blitze extrem nah. Die sind sogar ganz oft auf dem Fußballplatz oder in den Bergen eingeschlagen, wie gesagt ein echtes Spektakel. Das Gewitter ist dann weiter gezogen, sodass wir von draußen eine bessere Sicht hatten. Hannes und Fredsen haben dann endlich auch mal ihre Kameras geholt (die haben eindeutig die besten) und so sind unter anderem diese Fotos entstanden.

Ziemlich cool oder!?

Hannes hat die ein bisschen bearbeitet, aber so sah´s aus.

Bisher war es immer so, dass es nach dem Gewitter aufgehört hat zu regnen. Diesmal nicht. Es hat noch fast 2 Tage und die ganze Nacht weiter geregnet, ohne Unterbrechung. Am Mittwoch hat die Schule wieder angefangen. Da die Straße aber nicht mehr ohne weiteres befahrbar und begehbar war, sind die meisten Schüler gar nicht erst gekommen. Vera, Max und Hannes konnten gar nicht in ihre Einrichtungen. Unser Transport kam und wir sind zum Glück auch nirgendwo stecken geblieben. Ich bin Regen ja wirklich gewohnt, das Problem hier ist nur, dass der Boden so viel Wasser auf einmal gar nicht aufnehmen kann und deshalb alles überschwemmt wird. Da wir aber quasi in den Bergen wohnen sucht sich das Wasser natürlich seinen Weg. Und den hat es auch gefunden.

Vor unserem Haus...

...und weiter den Weg runter.


Unsere Hauptstraße hat teilweise Schluchten und Risse von 1,80m. Da kann kein Auto mehr drüber fahren. Aber die Leute hier, vor allem Jugendliche und Kinder, sind ganz schlau: Sie schütten diese Risse wieder zu, stellen sich aber an den Rand und verlangen ein paar Rand von jedem Auto was drüber fährt =).








 Der Sportplatz war auch komplett unter Wasser. Und vor allem ist man immer eingesunken. Wer hätte gedacht, dass ich mal Gummistiefel in Südafrika gebrauchen könnte!? Ich jedenfalls nicht...






Auf jeden Fall hatten wir ein paar Tage lang richtige Flüsse in Kgautswane, wie ihr hier sehen könnt. Das ist in der Nähe der Legoleng Primary School, in der Vera und Max arbeiten.

Kein Wunder, dass unsere Straße so schlecht ist. Wenn bei jedem Regen so viele Steine freigespült werden!
Jetzt hat sich das Wetter aber wieder beruhigt. Zum Glück, denn ich weiß von mindestens zwei Personen, die bei dem Regen ums Leben gekommen sind. Außerdem sind die Häuser hier bei den Wassermassen nicht sicher und stabil genug gebaut. Es kommt häufig vor, dass Häuser einstürzen. In Fredsens Creche ist auch ein riesiger Riss in einem Zimmer. Dort können die Kinder natürlich nicht mehr rein.




Was sonst noch passiert ist...

Wie schon gesagt hat die Schule wieder begonnen. Ich bin sehr froh, denn ich habe jetzt tatsächlich zwei eigene Klassen! Ich bin offiziell Mathelehrerin der 9c und Englischlehrerin der 9a. Das ist total gut, weil ich jetzt selber entscheiden kann was ich mit denen bis August mache und nicht nur mal hier ein Thema bearbeiten darf und mal dort. Amelie hat auch eigene Klassen. Sie unterrichten in der 8.Klasse Englisch und Life Orientation. Dort lernen die Schüler hier alles was im Leben wichtig ist, unter anderem auch wie gefährlich Facebook sein kann und wie sie sich gegen AIDS schützen. Das sollten sie jedenfalls lernen, denken wir. So ganz klar ist das irgendwie nicht. Ich bin mal gespannt ob wir dieses Jahr mal einen Lehrplan sehen oder nicht.
Am zweiten Tag wurden Bücher verteilt. Das lief so ab, dass immer 5-8 Leute ihre Bücher bekommen haben. Ich hab dann ihre Namen aufgeschrieben. Die Schüler mussten jedes einzelne Buch mit Nummer in eine Liste eintragen und mir wiederbringen. Total kompliziert. Der Witz ist der: Die Schüler die zuerst dran waren haben alle 13 vorgesehene Bücher bekommen (vom Zustand der Bücher fang ich jetzt mal nicht an...), die die am Ende kamen hatten dann leider nur noch 2-3 Bücher, weil nicht von jedem genug da sind. Auf die Frage ob sie die Bücher denn dann später noch kriegen hieß es erwartungsgemäß: Nein. Na toll. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen mit den Büchern zu arbeiten. Das geht dann ja jetzt zumindest in Englisch nicht.

Am Freitag sind wir mit Mama Clara nach Lydenburg gefahren und haben uns dort eine andere Secondary School und eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung angesehen. Da die Straßenverhältnisse noch sehr schlecht waren sind wir über Burgersfort nach Lydenburg gefahren. Das heißt durch ganz Kgautswane. Vielleicht erinnert ihr euch, dass Kgautswane aus 17 Dörfern besteht. Das war also eine sehr sehr lange Fahrt, aber trotzdem interessant, denn soweit bin ich vorher noch nie rein gefahren.

Endlich in Lydenburg abgekommen sind wir also erst zur Schule gefahren Dort wurden wir sehr herzlich begrüßt. Eine Lehrerin ist mit uns durch fast jede Klasse gegangen und wir wurden allen vorgestellt. Ich glaube da gab es ein Missverständnis, denn eigentlich wollten wir uns nur mal eine etwas bessere städtische Schule ansehen. Die Lehrerin dachte, dass wir demnächst öfter vorbei kommen und ihnen helfen werden. Ich hab das zwar angesprochen, aber sie hat sich nicht abbringen lassen. Naja wie immer haben wir in jeder Klasse nochmal kurz gesagt wie wichtig Bildung ist. Die Schule ist definitiv in einem viel besseren Zustand als unsere Schule. Die Gebäude sind gut instand, sie haben sogar Sportmöglichkeiten und die Lehrer schienen alle viel motivierter als bei uns. Sie haben in jeder Stufe mindestens eine Klasse die einen Englisch und Afrikaans Schwerpunkt haben und nicht Sepedi. Dabei finde ich nicht gut, dass sie kein Sepedi haben, aber diese Schüler sprechen mit Sicherheit viel besseres Englisch als unsere. Wir waren auf jeden Fall alle ganz begeistert von der Schule.

Danach sind wir nach „Wenakker“ gefahren, eine Non-Profit Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Dort wohnen und arbeiten ca. 200 Menschen ab 18 Jahren, schwarz und weiß. Eine Mitarbeiterin hat uns alles gezeigt und alle Fragen beantwortet. Das Ganze entstand vor 43 Jahren mit drei Familien. Heute gibt es 17 Häuser in denen nach Geschlecht getrennt Männer und Frauen wohnen. In jedem Haus wohnen Hauseltern die rund um die Uhr ansprechbar sind. Außerdem gibt es einen Bereich in dem Menschen mit Schwerstbehinderungen von Krankenschwestern versorgt werden.
Mir hat sehr gefallen, dass die Bewohner in allen Bereichen eingebunden werden, sei es in der Küche, in der Waschkammer, in der Pflege des Außenbereichs oder im Garten. Sie haben auch eine Art Werkstatt, beziehungsweise Räume in denen sie sich kreativ ausleben können. Mich hat gewundert, dass es keine ehrenamtlichen Mitarbeiter gab. Nur bezahlte Angestellte.
Die Mitarbeiterin sagte uns, dass es nicht viele Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Südafrika gäbe, deshalb fand ich diese auch beeindruckend. In Deutschland kennt man einige solcher Einrichtungen, aber hier ist das was besonderes. Menschen mit Behinderung sind nicht viel Wert, vor allem im ländlichen Bereich. Familien brauchen helfende Hände und keine Belastungen. Deshalb ist es wiederum ebenfalls so besonders, dass hier im Center auch drei junge Männer arbeiten die ein Handicap haben.

So Ausflüge finde ich sehr wichtig, damit man auch mal andere Einrichtungen und Arbeitsweisen kennenlernt.
Im Anschluss daran konnten wir in Lydenburg shoppen gehen. Wir haben endlich einen Toaster!!

Ach ja und dann haben wir gerade noch Besuch von einer Freundin von Hannes. Sie hat 4 Monate in Cape Town gewohnt und ist jetzt zwei Wochen hier. 

So das war´s erst mal wieder von mir. Viele Grüße!!

Freitag, 13. Januar 2012

Bücher, Bücher und Spinat

Da erst am 18.1.2012 das neue Schuljahr beginnt, arbeiten wir in der freien Zeit im Center. Meine Befürchtung, nichts zu tun zu haben, hat sich nur teilweise bestätigt. Mama Clara erzählte uns vor einigen Tagen, dass sie eine Art Sprach-Vorschule gründen wolle, da sie den Eindruck hat die Kinder würden zu wenig Englisch sprechen. Es gäbe schon eine in Ohrigstad, die auch einige Kinder aus Kgautswane besuchen würden. Wenn die Lehrer hier her kommen könnten, würden sich die Leute die Fahrtkosten sparen. Die Schule in Ohrigstad ist wohl auch recht teuer. Eigentlich eine super Idee, nur mal wieder unglaublich spontan. Sie wolle dafür die alte Bibliothek nutzen und deshalb können wir alle Bücher in einen anderen Raum bringen und dort eine neue kleine Bibliothek gründen. Davon waren wir natürlich anfangs begeistert, es gab was zu tun!
Die erste Begeisterung legte sich, nachdem wir die alte Bibliothek zum ersten mal betreten haben...da gab es zerfetzte Bücher, die zur Hälfte von irgendwelchen Insekten zerfressen waren. Es gab Massen an alten Ordnern oder Kalendern von UNISA (Universität von South Africa). Und natürlich war alles extrem verstaubt.
Der erste Schritt war also erst mal alle Bücher und Regale in die große Halle zu tragen, da die neue Bibliothek in einem Nebenraum dieser entstehen sollte.
Hier bekommt ihr einen kleinen Eindruck wie es da am ersten Tag aussah. 

Das war natürlich erst der Anfang...

Das ist Pastor. Ich weiß seinen richtigen Namen nicht. Er ist jeden Tag was anderes. Im Center arbeiten drei junge Männer mit Handicap.
 
Mama Clara meinte wir können mit den Büchern machen was wir wollen. Gesagt getan. Die alten, zerfressenen und sonst wie überflüssigen wurden aussortiert, die noch halbwegs instand gebliebenen behalten und gesäubert. Da wir anfangs absolut keine Ahnung hatten um was für Bücher es sich in diesem Chaos eigentlich handelt haben wir sie natürlich sortiert und gestapelt. Dabei haben wir festgestellt, dass Unmengen von veralteten Schulbüchern dabei waren. Teilweise 100 gleiche Mathebücher von 1980 oder so ähnlich.
Wir haben dann irgendwann gesehen wie Mama Clara und andere alte Monitore auf einen Haufen warfen und diese einfach verbrannten (der Müll wird hier immer einfach verbrannt, das war nichts neues, aber MONITORE???). Da dachten wir uns natürlich super, werfen wir doch die aussortierten Bücher gleich mit in das Feuer. Bücher zu verbrennen ist wirklich komisch, aber man kann ja schließlich auch nicht alles aufbewahren.

Diese Arbeit haben wir dann drei Tage lang gemacht. Doch dann kam Clara und meinte wir dürfen die Bücher nicht verbrennen, weil sie einer Schule gehören würden. Die wären nur zwischengelagert. Das wussten wir natürlich nicht. Allerdings haben Vera und ich ihr dann total zerfressene und schimmelige Bücher gezeigt und gefragt, ob es ihr Ernst wäre, dass diese Bücher vielleicht noch an Schüler gegeben werden sollen. Sie meinte ja. Wir sollten die Schulbücher und die alten Bücher in einem anderen Nebenraum der Halle lagern. Unsere Motivation war dann ein wenig verflogen. Dieser Raum liegt jetzt voll mit alten Schulbüchern und alten, zerfressenen und teilweise schimmeligen Büchern. Die Insekten werden sich freuen.

Lebo und Surprise, etwas gestellt =)
Nichts desto trotz haben wir noch viele Bücher retten können, die jetzt in den Regalen der neuen kleinen Bibliothek stehen und darauf warten gelesen zu werden. Die Bandbreite reicht von Kinderbüchern, über Romane aller Art bis zu Management, Soziologie, Metaphysik und das englische Recht von 1930. Wir müssen uns jetzt nur noch überlegen wie wir die Kids dazu motivieren können einfach mal so zu lesen. Denn das macht hier so gut wie keiner. Ich wurde schon oft gefragt wieso ich denn Geschichten lese? Ich glaube den Kids fällt es ganz schön schwer zu lesen und deshalb hat da auch keiner Lust drauf. 



Surprise wollte auch unbedingt ein Foto machen. Einige Regale sind  leider noch leer.


Während wir Mädels hauptsächlich in der Bibliothek beschäftigt waren haben die Jungs angefangen den Garten zu erweitern. Unser Garten ist, dank der Regenzeit, ein echter Erfolg. Der Spinat ist bombastisch gewachsen. Wir haben grade sogar so viel Spinat, dass wir ihn verkaufen können! Ein Bund Spinat für R10 (ungefähr ein Euro). Wir haben tatsächlich schon was verkauft. Das hätten wir natürlich nie gedacht und sind sehr stolz. Neben Spinat haben wir auch schob Bohnen und Möhren geerntet. Und die ersten Tomaten sind auch schon in Sicht. Endlich mal wieder frisches Gemüse! Das ist super. Deshalb wird der Garten jetzt auch nochmal erweitert, damit wir auch noch Paprika, mehr Möhren und mehr Spinat anbauen können. 
 
Wie ihr seht werden wir nicht verhungern =).

Mittwoch, 4. Januar 2012

Christmas in Joburg and New Year´s Eve in Pretoria


 Joburg

Endlich kann ich wieder was in meinen Blog schreiben. Gestern sind wir nach 10 super tollen Urlaubstagen wieder gesund und ohne Transportprobleme in Kgautswane angekommen.
Unsere Unterkunft in Joburg
Auf der Hinfahrt war es nämlich nicht so einfach...Wir haben im Vorfeld 7 Plätze im Internet für den City to City Bus von Ohrigstad nach Pretoria gebucht, wo ein Freund von Wendy uns abholen sollte. In Ohrigstad angekommen waren aber keine 7 Plätze mehr frei und der Busfahrer hatte keine Information von einer Buchung. Nach langem hin und her konnten erst mal alle mit nach Lydenburg fahren wo noch 21 Leute einsteigen sollten. Im Endeffekt waren noch drei Plätze in Lydenburg frei. Fredsen, Vera und ich sind dann mit dem Bus und allem Gepäck gefahren, die anderen mit Taxen. Zum Glück sind alle heil in Pretoria angekommen, auch wenn die Taxifahrten wohl nicht gemütlich waren! Andy hat uns dann nach Joburg gefahren, wo wir mit ihm in dem Haus von Wendys Tochter wohnen durften. Ein rieesiges Haus mit großem Pool!!

In den ersten beiden Tagen haben wir erst mal den neugewonnenen Luxus mit Pool, Flatscreen, Spülmaschine und eigener Küche genossen. Die Abende haben wir meistens mit Andy in verschiedenen Pubs verbracht.









Whites and Non Whites
 
An einem Tag haben wir das Apartheidmuseum besucht. Dort gab es sehr viele Informationen über das Leben von Nelson Mandela und die schlimme Zeit für Südafrika. Es ist total komisch, dass das ganze erst 1994 vorbei war. Das heißt die meisten Leute die wir kennen sind noch Zeitzeugen. 








Die bunten Stäbe standen jeweils für ein Thema aus dem Leben Mandelas. Man konnte sich eine Farbe aussuchen und in einen Topf stecken. Ein schöne Idee.






Weihnachten mal anders.
An Heiligabend waren wir zunächst in einem Casinokomplex, eine Stadt für sich mit vielen Lokalitäten. Nachdem wir einige Biere, Cocktails und Tequila zu uns genommen hatten sind wir weitergezogen ins Billy the Bums, eine Bar mit Tanzfläche. Dort haben wir bis 4 Uhr morgens kräftig gefeiert. Das war mal ein völlig anderes Heiligabend.

Am nächsten Tag waren alle fit außer ich, ich hatte voll den Kater oder wie die Afrikaner sagen würden: Babalaas. Ich bin wohl doch schon etwas älter wie die anderen, langsam muss ich die Wahrheit wohl akzeptieren: ich bin alt! (=Amelie)

Der Tower of Terror
Dann waren wir noch in einem Theme Park mit ganz vielen Achterbahnen und anderen Fahrgeschäften. Andy hat sogar seine Höhenangst überwunden und ist mit uns auf´s Riesenrad gegangen! Der Tag war sehr sehr lustig, auch wenn wir leider immer superlange warten mussten. Das Beste war der Tower of Terror, bei dem man im 90° Winkel in den Boden fällt. 

Wir mit Andy und dem Mascottchen vom Park
Ansonsten waren wir in zwei Malls shoppen und im Kino, was auch mal eine schöne Abwechslung war. Wendy hat uns ihr Auto zur Verfügung gestellt. Andy hat uns wirklich viele Plätze in Joburg gezeigt. Leider war das Wetter meistens eher regnerisch, was uns aber trotzdem nicht davon abgehalten hat den Pool zu genießen ;D.

Ich mag Joburg. Auch wenn die Spanne zwischen arm und reich nicht zu übersehen ist. Alle Häuser haben einen Pool und hohe Mauern um ihre Grundstücke, sodass man sie von der Straße aus gar nicht sehen kann.
Zwischendurch sind immer wieder Leute vorbei gekommen, die uns leckere Dinge wie Kuchen oder ein Schokoladen- Monopolie gebracht haben. Wir kamen und richtig wichtig vor, in dem großen Haus. Ich hab mich natürlich gefragt warum sie uns Sachen bringen und bin zu dem Schluss gekommen, dass sich wohl keiner von ihnen vorstellen kann für längere Zeit in einer so ländlichen Gegend wie Kgautswane zu wohnen. Manche von ihnen kennen die Gegend, denn sie spenden häufig alte Sachen, die sie nicht mehr brauchen. Aber dort wohnen und arbeiten? Das ist eher unvorstellbar.

Nach einer richtig tollen Woche in Johannesburg hat uns Wendy dann nach Pretoria zu Johan gefahren.

Pretoria

Johan ist ein Bekannter von Mama Clara. Er war vor einigen Jahren an einem Projekt in Kgautswane beteiligt und hat sie dadurch kennen gelernt. Wir haben ihn kennen gelernt, als er zwei Tage zu Besuch hier war.
Johans schöner Garten =)





Eigentlich sollten die Jungs in Johans Garten zelten, weil er nicht genug Betten hat, aber er hat kurzerhand noch welche gebaut. So sind sie die Südafrikaner, extrem gastfreundlich! 




 

 Da Johan mal in Düsseldorf studiert hat, kann er noch ein wenig deutsch. Wir konnten uns daher auf deutsch-englisch unterhalten. Er selber war in den paar Tagen häufig unterwegs und hat uns (mal wieder einfach so) sein Haus zur Verfügung gestellt. Wir haben auch selber gekocht, was richtig lecker war.

Man beachte das weltberühmte Julia-Fotogrinsen...
In Pretoria war das Wetter besser als in Joburg, sodass wir den Pool in vollen Zügen genießen konnten. Am Nachmittag von Silvester haben wir einen Braai gemacht, also gegrillt. Die Schwester von Johans Nachbarin besitzt ein Taxi und macht damit auch Touristentouren. Sie hat uns zum Glück am Abend zum Studentenviertel (Hatfield Square) gefahren und nachts auch wieder abgeholt. Dort gab es verschiedene Bars und Clubs, sowie live Musik. Natürlich haben wir Silvester auch wieder gebührend gefeiert! 

Alle Mädels ganz schick in schwarz.

Happy New Year!!!!!!
  Am nächsten Tag haben wir uns eigentlich nur am Pool erholt und die freie Zeit genossen. 
 
Das alte Parlament von Pretoria mit genau 7 Sitzen =)
Um doch noch was von Pretoria zu sehen, haben wir Evelyn am nächsten Tag gefragt, ob sie mit uns eine Tour machen kann. Wir haben uns einige Plätze in Pretoria angesehen, z.B. Das Paul Kruger Denkmal (erster Präsident von Südafrika, nach dem hier richtig viel benannt ist), das alte Parlament in dem genau sieben Plätze frei waren =), ein Township und die Unit Buildings, also den Regierungssitz. Das war richtig interessant.
Nach der Tour hat sie und dann noch zur größten Mall von Pretoria gefahren.
Der Regierungssitz von Pretoria. Na, erkennt ihr mich?



 Zum Abschluss unseres Aufenthaltes bei Johan waren wir gemeinsam in einem Pub zum Essen. Dort war an dem Abend Quiznight bei der wir unter dem Namen: Johan and the Germans angetreten sind. Ich finde dafür, dass das ganze auf Englisch war (was weiß ich was auf englisch Taktstock heißt) waren wir ganz gut (und ich bin immer noch davon überzeugt, dass Indigo keine offizielle Regenbogenfarben ist!).

Wie ihr vielleicht rauslesen könnt hatte ich richtig erholsame und erlebnisreiche 10 Tage. Nun sind wir wieder in Kgautswane und sollen eigentlich im Center arbeiten, denn die Ferien dauern noch bis zum 18.1.2012. Die Frage ist nur: Was?!!?


Auf jeden Fall wünsche ich allen ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2012! Und ich hoffe inständig, dass die Mayas sich irren und unsere Welt doch noch einige Jahre erhalten bleibt ;D