Sonntag, 6. Mai 2012

Cape Town


Die Erwartungen an die angeblich „schönste Stadt der Welt“ waren natürlich hoch, als wir am 9.4. in Cape Town ankamen. Der Plan war, erst zum Hostel zu fahren und unsere Sachen ab zu laden und dann das Auto am Flughafen abzugeben. Blöderweise hat unser Navi uns zuerst doch zum Flughafen geleitet (wie das nur passieren konnte!?). Naja haben dann halt doch zuerst unser Auto abgegeben =( . Mit dem Taxi ging´s dann zu unserem Hostel „Cat and Moose“ (nach der Katze und dem Hund des Hauses benannt), direkt auf der Longstreet mit Blick auf den Tafelberg. Die Longstreet ist eine Mischung aus Partymeile, kleinen schönen Designerläden (gar nicht so teuer) und was man sonst noch so braucht (Internetcafés, Hostels, allen möglichen Restaurants und Supermärkten), also perfekt für Leute wie uns!!
Nachdem wir am ersten Tag nur die Longstreet erkundet und Döner gegessen haben, wollten wir am nächsten Tag rauf zum Tafelberg laufen. Allerdings schien das Wetter nicht mitspielen zu wollen. Deshalb haben wir uns auf den Weg zum Bokap-Viertel gemacht in dem es viele bunt gestrichene Häuser gibt. Weiter ging´s zur bekannten Waterfront, Einkaufszentrum und Touristentreffpunkt Nummer 1. Dort sind wir im Craftmarket nochmal Fredsen und ihrer Family begegnet, die ihren letzten Tag hatten. Fredsen ist dann gegen Mittag zu uns gestoßen.

Abends haben wir einen Champagner-Cruise auf einem Katamaran gemacht. Das war klasse! Für nur rund 16 Euro ging´s mit dem Katamaran raus die ganze Küste lang mit supertollem Ausblick auf Kapstadt und den Tafelberg. Und das Beste: Champagner so viel man wollte! Wir hatten sogar das Glück Delfine zu sehen, die im Sonnenuntergang aus dem Wasser gehüpft sind.
Zurück auf der Longstreet sind wir noch ins Dubliners, ein Irish Pub, und haben zu live Musik gefeiert. 





Sunset Cruise
Feierei

  Am darauffolgenden Tag stand nun aber wirklich der Tafelberg auf dem Plan. Da Fredsen, Hannes und ich dann doch länger im Pub geblieben sind haben wir uns entschlossen nicht zu wandern sondern hoch zu fahren. Fredsen war schon auf dem Tafelberg und hat sich die Zeit auf der Longstreet und auf einem Markt vertrieben. Amelie und Vera waren dagegen sehr motiviert und wollten unbedingt den 1066m hohen Berg erklimmen. Wie sich später heraus stellte habe ich genau die richtige Entscheidung getroffen, denn Vera und Amelie haben es zwar geschafft, waren aber auch am Ende ihrer Kräfte als sie endlich oben angekommen sind. Es gibt nämlich verschiedene Wanderruten und die Mädels haben aus versehen eine der härteren Ruten genommen! Ich wäre glaubig tatsächlich gestorben oder erst gar nicht oben angekommen (ich komm nun mal einfach nicht aus den Bergen und mag wandern auch nicht besonders gerne...). Außerdem war die Fahrt mit dem Cablecar (also die Seilbahn) auch ganz nett. Das Cablecar dreht sich während man hoch fährt sodass man eine Rundumsicht hat. Oben auf dem Tafelberg war die Aussicht über ganz Kapstadt und das Meer natürlich toll. Immerhin zählt der Tafelberg zu den 7 Naturwundern der Welt.
Nach unserem Ausflug auf den Berg waren wir endlich mal Thailändisch Essen. Sehr lecker! Und ich hatte später noch die Gelegenheit nach Hause zu skypen (endlich mit einer schnellen Leitung).

Cablecar

Ausblick vom Tafelberg. Der Flache Berg ist Signalhill, im Hintergrund seht ihr Robben Island

Der Tafelberg mit seinem "Tischtuch"

 Amelies alte Schule hat eine Kooperation mit einem Pfarrer aus Kapstadt. Den hat sie im Vorfeld kontaktiert und gefragt ob wir uns mal sein Projekt „Youth Solution“ ansehen können. John hat uns abgeholt (zu 6 in einem Auto zu fahren ist übrigens überhaupt kein Problem) und uns sein Projekt gezeigt. Es bezieht sich auf Straßenjungen zwischen 18 und 35 Jahren, die dort eine Unterkunft und professionelle Hilfe bekommen um von der Straße und allem was da mitspielt wie Drogen, Prostitution, etc. weg zu kommen. Den Standpunkt gibt es allerdings erst seit einem Jahr. Die Bewohner bauen die Räumlichkeiten, die wirklich viele Möglichkeiten bieten, nun eigenständig aus. Man muss dazu wissen, dass die Regierung sich nicht großartig um Straßenkinder sorgt. Die Polizei versucht Obdachlose nur von ihrem zuständigen Bezirk zu verscheuchen und nimmt ihnen dazu ihre verbliebenen Habseligkeiten weg oder sperrt sie einfach ins Gefängnis. Das war´s. Und es gibt verdammt viele Obdachlose allein in Kapstadt. Leute kommen aus ländlichen Gegenden um in der Stadt das große Geld zu machen und werden ohne Qualifikation natürlich erst mal keine Arbeit finden. Viele landen in Townships oder eben direkt auf der Straße. Young Solution ist eine Non-profit Organisation und muss sich komplett selbst finanzieren, durch Spenden und Fundraising. Aber was ich gesehen habe ist sehr positiv. Die jungen Leute, die vor kurzem noch auf den Straßen Kapstadts ums Überleben gekämpft haben, gehen nun wieder zur Schule, oder verdienen sich durch kleine Tätigkeiten ihr Geld. Einige konnten durch Kontakte auch in einfache Berufe eingegliedert werden. Der größte Erfolg ist, laut John, dass ein ehemaliger Bewohner durch ein Stipendium nun an der University of Pretoria studieren kann. Der ist natürlich ein großes Vorbild für die anderen. Ein anderer, ursprünglich aus Zimbabwe, hat uns gezeigt wie er Schmuck macht. Und ein Jugendlicher aus Sambia hat für uns gerappt. Wir haben dann noch zusammen getrommelt und gesungen, typisch afrikanisch. Ein spannendes und meiner Meinung wirklich hilfreiches Projekt! Wer Interesse hat kann sich gerne auf der Homepage informieren:  http://www.safyouth.org/


Da um Kapstadt herum einige sehr schöne Weingebiete liegen und Südafrika ja bekanntlich guten Wein produziert, konnten wir uns eine Weintour nicht entgehen lassen. Ihr lest richtig, nicht Weintasting, nein WeinTOUR. Um 9.00Uhr morgens wurden wir direkt vom Hostel abgeholt und los ging´s zu 6 verschiedenen Weingütern. Auch Manuel ist mitgekommen, der ja den Rest der Zeit mit seiner Schwester, die mit ihrer Familie in Kapstadt lebt, verbracht hat. Unser Guide, der auch Hannes hieß, begrüßte uns mit den Worten: Ich hoffe ihr habt alle gut gefrühstückt, denn ihr werdet heute ca. 40 verschiedenen Weingläser trinken! Okeeee, Hilfe. Es war echt interessant. Ich kenne jetzt zumindest die 5 Schritte des Weintastings und habe sogar königlichen Wein getrunken! Wir waren nämlich auf dem Weingut, was den Hochzeitswein für Charleen und Albert von Monaco produziert hat. Die Flasche wird international immer noch für rund 200 Euro verkauft, wir hätten sie für 30 haben können. War auch echt gut. Zum Glück war der Tag dann doch nicht so schlimm wie ich erwartet hatte. Wir haben auch noch Essen und ein Käsetasting sowie verschiedene Snacks bekommen. Mein Fazit: Ich bin eher Rotwein Trinker. 


Mit königlichem Wein =)

Keine Ahnung die wievielte Station das war...
 



Natürlich haben wir auch was für unsere Bildung getan und haben zwei Museen besucht: Die National Art Gallerie und das District Six Museum. District Six war ein multikultureller Stadtteil, der während der Apartheid zum weißen Stadtteil erklärt wurde. Dass heißt alle Nicht-weißen wurden ausgesiedelt. Eine der größten Aussiedlungen in der südafrikanischen Geschichte.

Die Straßenschilder des ehemaligen Districs Dix

Auf verschiedenen Empfehlungen hin sind wir an einem Abend auf den Signalhill gefahren und haben dort ein Picknick im Sonnenuntergang gemacht. Was soll ich dazu schreiben? Schaut euch die Bilder an:





Von rechts nach links: Hannes, Fredsen, Amelie, Vera und ich

Kann eine Stadt mehr leuchten?


Ansonsten haben wir uns die Zeit auf verschiedenen Märkten vertrieben und gehandelt was das Zeug hält. Sehr erfolgreich natürlich. Es gibt einfach soooo viele schöne handgemachte Sachen hier in Afrika! Ich musste mich teilweise echt zurückhalten.

Wie ihr seht hatten wir alle eine tolle Zeit! Wir haben sehr viel erlebt und gesehen und weiß jetzt auch was Touristen von Südafrika sehen. Trotzdem darf man die ländlichen Gegenden nicht vergessen. Viele Jugendliche aus Kgautswane werden wahrscheinlich nie nach Kapstadt kommen und das Meer sehen...

Donnerstag, 26. April 2012

Roadtrip along the coast


Leider muss ich ganz zu anfang was seeehr unerfreuliches mitteilen. Ich mach´s kurz und schmerzlos: Ich hab dummerweise, ausversehen alle meine Urlaubsfotos gelöscht (Waas?? Warum machst du sowas??? Bist du blöd!! => Jaa, alles richtig. War natürlich wirklich dumm!)
Das heißt fast alle Fotos die ihr auf meinem Blog findet, sind leider nicht von mir persönlich. Naja, ich hab mich schon genug geärgert...

Ende März war es endlich so weit: Auf ging´s in den langersehnten URLAUB! Erste Station: Joburg. Erstaunlicherweise hat diesmal alles ohne Probleme geklappt, der Bus hat uns sicher und sogar pünktlich nach Pretoria gebracht. Dort wurden wir dann mit samt unseren sieben Sachen von Alice (einer weiteren Bekannten von Mama Clara) abgeholt und freundlichst empfangen. Wir mussten eine Nacht in Joburg verbringen, weil unser nächster Bus Richtung Port Elizabeth erst am nächsten Tag fuhr. Bei Alice angekommen erwartete uns mal wieder ein rieeesiges, luxuriöses Haus mit folgender Ausstattung: gefühlte 100 Zimmer, Bar mit Billardtisch, großer Außenbereich mit Pool, Trampolin, Tennis und Basketballplatz, Küche mit Haushaltshilfe,... Ich erwähne an dieser Stelle, dass man diese Preisklasse als weiße Mittelschicht bezeichnet. Die Sache ist, dass ich mich hier in Afrika entweder in einer Gegend aufhalte, in der man häufig noch nicht mal fließendes Wasser hat, oder aber im puren Luxus schwimme.
Abends hat uns Alexi, ein Sohn von Alice, in eine schicke Bar gefahren wo gerade sogar Bundesliga lief. Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen haben wir uns die Wartezeit im Garten und auf dem Basketballplatz vertrieben. Mittags sind wir noch gemeinsam Essen gegangen und dann ging´s los nach Port Elizabeth.

Glücklicherweise haben wir einen Sleepliner gebucht, dass heißt man konnte die Sitze im Bus in Liegeposition bringen. Man hätte auch eigentlich gut schlafen können, wenn es nicht so unglaublich kalt gewesen wäre! Trotzdem haben wir die Nacht gut rumgekriegt (da es eine christliche Buslinie war, wurden irgendwelche Surferfilme gezeigt, in denen coole Surfertypen zu ihrem Glauben gefunden haben... sehr seltsam).

Tag 2 Port Elizabeth
Unser Hostel in Port Elizabeth lag sehr nah an der Haltestation. Eigentlich war es eher ein normales Familienhaus mit Schlafzimmern im oberen Bereich. Aber für die zwei Nächte hat´s gereicht. Nachdem wir unsere Sachen abgeladen haben, haben wir uns erst mal auf den Weg zum Strand gemacht. Endlich konnten wir das Meer sehen!
Abends wollten wir eigentlich in eine Bar gehen, haben uns dann aber doch spontan für´s Kino entschieden. Wir haben ein Taxi gerufen, dass allerdings leider nie erschienen ist. Also machten wir uns alleine auf den Weg zum Kino. Nur leider gab es kein Kino mehr. Seit Jahren geschlossen, na toll. Wir haben dann noch kurz in einer Bar gesessen und sind dann recht schnell nach Hause gegangen. 


 
Am nächsten Morgen haben wir sehr früh ein Taxi bestellt, was uns zum Flughafen fahren sollte. Dort wollten wir unser Mietauto abholen. Auch dieses Taxi ist leider nie aufgetaucht. Irgendwie klappt das mit dem Taxi bestellen in Afrika nicht so gut. Zum Glück fahren in den Touri-Städten immer genug Taxen rum sodass wir ohne Probleme noch eins bekommen haben und unser Auto pünktlich abholen konnten.

Unser Auto!!

Vera hat sich dann ans Steuer gesetzt und los ging´s Richtung Plettenberg Bay. Wir wollten eigentlich zum Quad fahren, nur leider hat Hannes den falschen Flyer eingepackt...Haben uns dann entschieden noch ein Stück weiter zu fahren und uns das Monkeyland anzusehen. Dort gab´s natürlich jede Menge Affen und sogar eine deutsche Tour. 




Direkt neben dem Monkeyland war noch das Birds of Eden, also ein Vogelpark. Aufmerksame Leser haben vielleicht irgendwann schon mal bemerkt, dass Vera große Angst vor allem hat was einen Schnabel besitzt! Aber trotzdem ist sie mit rein zu den Vögeln gekommen. Echt mutig!



Bloukrans Bridge 216m. Höchste Bungee Brücke der Welt.

 Auf dem Rückweg kamen wir nochmal an der Bloukraans Bridge vorbei, der höchsten Bungee Brücke der Welt. Dort haben wir natürlich nochmal angehalten und uns das Schauspiel angesehen. Da haben sich tatsächlich Menschen von dieser wahnsinns Brücke runter fallen lassen! Nach kurzem Zweifel haben wir uns dann auch angemeldet und einen Termin für den übernächsten Tag geben lassen.
Da wir alle noch keine Lust hatten zurück ins Hostel zu gehen sind wir noch ins Kino und später zu Mces.

Tag 3 Plettenberg Bay (Plet)
Nächster Stop auf unserem Roadtrip war Plet, ein typischer Urlaubsort am Meer. Genau das was wir brauchten. Der Strand war wahnsinnig schön und das Meer ideal zum abkühlen. 
Hannes und Amelie sind dann Kayaken gegangen mit der Aussicht Delfine zu sehen. Sie haben leider keinen einzigen gesehen. Vera, Manuel und ich haben uns derweil am Strand erholt und eine Sandburg gebaut. Zufälligerweise haben Amelie und Hannes beim Paddeln auch Fredsen und ihre family getroffen. Die waren parallel unterwegs auf der Garden Route.
Abends haben wir uns dann noch schick gemacht und sind zum Portugiesen Essen gegangen. Total schickes Restaurant, mit Vorspeise und Getränken hab ich glaubig um die 12 Euro bezahlt. Das geht in Deutschland leider nicht so günstig!

Tag 4
Der große Tag des JUMPs. Heute sollten wir uns also von dieser wahnsinnig hohen Brücke stürzen... alles klar. Dort angekommen haben wir uns nochmal einige Sprünge von der Aussichtsplattform angesehen. DA sollte ich also wirklich runterspringen!? Irgendwann haben wir dann unsere Ausrüstung bekommen und wurden zur Mitte der Brücke geführt. Dieser Weg führte durch eine Art Käfig am unteren Rand der Bloukrans Bridge. Wer da Höhenangst hatte (so wie Amelie) hatte dabei schon nicht viel zu lachen! In der Mitte angekommen herrschte direkt eine super Stimmung mit lauter Musik. Alle waren echt gut drauf, haben gedanced und einem so quasi die Angst genommen. Dann ging alles ganz schnell. Der Erste war Hannes, dann Manuel, kurze Zeit später Vera und dann kam ich. Man bekommt einfach nur einen Schutz um die Beine und wird daran festgebunden. Dann noch schnell ein paar Fotos und man steht an der Kante. Ahhhh, das war mit Abstand der schlimmste Moment. Die freundlichen Männer fragen noch ob alles ok ist und dann wird runtergezählt: 5,4,3,2,1, JUMP.... Ich kann euch sagen im ersten Moment, wenn man die Brücke nicht mehr spürt denkt man nur „Ach du scheiße, ich will zurück“ aber schon eine Sekunde später ist es einfach nur Freiheit pur.

Amelie war sich noch unsicher ob sie wirklich springen will oder nicht. Auf der Brücke hat sie sich dann aber doch dafür entschieden und ist tatsächlich (mit Höhenangst) von dieser Brücke gesprungen! Echt mutig find ich.



















Tag 5      Wilderness

Heute haben wir unsere sieben Sachen zusammen gepackt und haben uns gleich ins nächste Abenteuer gestürzt: wir sind nämlich mit Robben schnorcheln gewesen. Offshoere Adventures hat uns dazu in tolle Taucheranzüge gesteckt und dann ging´s mit dem Speedboot Richtung Robben. Sehr niedlich die Tiere, aber sie stinken schon heftig. Wir sind dann auch tatsächlich mit denen geschwommen. Anfangs fiel mir das schnorcheln zwar etwas schwer, aber zum Glück hatte ich das dann doch recht schnell raus. Wir waren mitten in einer Kolonie. Robben sind sehr verspielt, deshalb darf man sie nicht anfassen. Sonst denken sie man will mit ihnen spielen. Das Schnorcheln hat echt Spaß gemacht, aber nach 45Minuten war´s dann auch genug.
Mittags wollten wir eigentlich noch Paragliden gehen, aber die Windverhältnisse waren zu schlecht. Deshalb ging´s direkt weiter nach Wilderness. Dort haben wir noch kurzfristig einen Termin zum Quad fahren bekommen. Allerdings wollten nur Hannes, Manuel und ich Quad fahren. Macht super Spaß, wenn man den Dreh raus hat. Hannes und ich sind am Anfang öfter mal in die Büsche gefahren, aber dann hat´s geklappt und man konnte auch mal mehr Gas geben auf der Piste (Leider waren die Fotos auf meiner Kamera...).
Abends haben wir uns alle gemütlich auf die Terrasse des Hostels gesetzt und relaxt. Da das Hostel direkt am Meer lag, hatte man eine fantastische Aussicht und Meeresrauschen zum einschlafen. Echt toll.


Ausblick aus unserem Dorm  in Wilderness.


Tag 6

Auch heute war der Wind wieder zu schlecht zum Paragliden. War aber nicht schlimm, denn alle außer Hannes sind nochmal sparzieren gegangen. Das Besondere war, dass man auf stillgelegten Bahnschienen laufen konnte, über eine Brücke und durch einen Tunnel. Hinter dem Tunnel hat ein Typ gewohnt, sehr alternativ in einer Höhle. Diese hatte er mit gaaanz vielen Muscheln und anderem Schmuck ausgestattet. Er hat uns seine Unterkunft auch noch von innen gezeigt und erzählt, dass er obdachlosen Menschen hier schlafen ließe.
Nach unserem Sparziergang sind wir weiter njach Mossel Bay, also entlang der eigentlichen Garden Route, die gar nicht so lang ist. Leider war das sehr enttäuschend. Wir hatten geplant öfter mal anzuhalten und die Landschaft zu genießen, aber so besonders war diese gar nicht. Deshalb sind wir schon viel früher als geplant in Mossel Bay angekommen. Dort haben wir (Entschuldigung, ich meinte HANNES!) uns noch erkundigt was man machen kann und sind auf einen Flyer des „Lion Walk“ gestoßen. Dort haben wir auch gleich einen Termin bekommen. Ich sag euch das war mein persönliches Highlight im Urlaub (neben dem Bungee Jump natürlich). Erst durften wir mit weißen Babylöwen spielen. Also die haben gespielt und wir saßen drum herum und konnten sie anfassen. Riiichtig niedlich, wenn auch gar nicht mehr so klein! Dann kamen die großen Löwen. Unsere Guides haben uns nochmal ausführlich auf die Gefahren hingewiesen, denn Löwen sind natürlich immer noch wilde Tiere mit Instinkten. Man durfte sich also auf keinen Fall hinknien oder unsicher wirken. Jeder hat einen Stock bekommen, den man immer vor sich stellen musste. Auf diesen Stock waren die beiden Löwen trainiert. Für jeden Löwen ist auch nochmal ein extra Guide mitgelaufen. Und dann ging´s los zum Sparziergang mit zwei Löwen. Wir durften sie an einer Stelle sogar anfassen. Echt klasse.
Abends haben wir uns noch mit Fredsen und ihrer Cousine im Pub getroffen, die auch zufällig gerade in Mossel Bay waren.










Tag 7 Cape Agulhas

Am nächsten Tag ging´s weiter zum südlichsten Punkt Afrikas, Cape Agulhas. Eine lange Autofahrt stand uns bevor und leider hat das Wetter zum ersten Mal nicht mitgespielt. Es fing an zu regnen. Außerdem sind wir durch die totaaale Pampa gefahren. Fast schlimmer als Kgautswane, denn man sah Ewigkeiten nichts außer Land und Sträuße. Da unsere Vorräte langsam aber sicher zu Ende gingen haben wir einen Spar gesucht, aber das Navi hat uns leider nur zu einem Feld geschickt. Zum Glück sind wir irgendwann doch in einer Stadt gelandet und konnten einkaufen.
Endlich am Cape Agulhas angekommen haben wir auch schnell unser Hostel gefunden. Für mich das Schönste bisher, eine kleine Villa Kunterbunt! Haben nur kurz unsere Sachen abgeladen und sind sofort im Regen weiter zum südlichsten Punkt. Da wir Glückskinder sind hat es recht schnell aufgehört zu regnen sodass wir den Ausblick auf den Indischen sowie auf den Atlantischen Ozean genießen konnten, denn am Cape Agulhas sollen angeblich beide Ozeane zusammentreffen.

Zurück im Hostel haben wir erst mal die liebevoll gestaltete Bar ausgecheckt und dann endlich mal selber gekocht. Nudeln mit Zuchini-Tomatensoße, sehr lecker. Abends hat sich die Bar dann gut gefüllt und wir haben ein wenig gefeiert. Es war noch eine Gruppe deutscher Lehramtsstudenten da, die für 3 Wochen in einer ländlichen Gegend gewohnt haben. Ihr Standartsatz: „Das kannst du dir nicht vorstellen,... drei Wochen lang nur Reis mit Soße!, … da müssen die Kinder ihre kleineren Geschwister vom Kindergarten abholen!, ...wir hatten kein fließendes Wasser!, ... “ Doch, das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen!!

Tag 8 Simmons Town

Nächstes Ziel: Kap der guten Hoffnung! Leider war das Wetter nochmal ziemlich bescheiden. Dabei war doch Ostersonntag. Beim Kap angekommen mussten wir R85 Eintritt bezahlen, da das Kap ein Nationalpark ist. Waren erst am Cape Point und sind hoch zum Leuchtturm gelaufen (Oh Mann, das war schon anstrengend und ich hab den anderen versprochen den Tafelberg hoch zu laufen...). Dann ging´s weiter zum Zipfel, der „Cape of good hope“ heißt. Die Wellen waren super! Sind dann noch ein bisschen rum gefahren und haben sogar Ostereier gesucht, die Vera und Amelie versteckt haben.
Auf dem Rückweg haben wir noch Sträuße, Baboons und sogar Zebras gesehen.

Auf dem Weg nach Simmons Town haben wir auf einem Parkplatz angehalten an dem Manuel von seiner Schwester abgeholt wurde, die in Kapstadt wohnt. Jetzt waren wir erst mal nur noch zu viert. Sie hat uns dann noch gesagt wo man am besten Pinguine sehen kann, denn Simmons Town ist für seine Pinguinstrände bekannt. Die stehen aber irgendwie nur in der Gegend oder watscheln halt rum.

Morgen geht’s nach Cape Town, dass heißt wie müssen das Auto abgeben...





Cape Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas




Mit einem goldenen Osterei am Kap der guten Hoffnung

Mittwoch, 28. März 2012

Abwesenheitsnotiz

Sehr geehrte Damen und Herren,

vom 30.3.2012 bis zum 18.4.2012 bin ich nicht an meinem Schreibtisch (ich bin naemlich in CAPE TOWN). Auch telefonisch bin ich in diesem Zeitraum eher schlecht zu erreichen (da ich vermutlich gerade am Strand liege oder irgendwas aufregendes mache, wie Bungee-Jumping oder Rafting).

Ich bitte daher auf diesem Wege um ihr Verstaendnis bezueglich der Informationspause (nach dem Urlaub gibt es natuerlich einen ausfuehrlichen Bericht).

Mit freundlichen Gruessen

Julia

Donnerstag, 22. März 2012

Marula Festival 2012

In fast jedem Südafrika-Reiseführer findet man das Marula Festival in Phalaborwa. Das wollten wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. Die anderen haben mir netterweise die Eintrittskarte und die Fahrtkosten zum Geburtstag geschenkt. Wir haben vorher mit Connie vereinbart, dass sie und unsere Sepedi-Lehrerin Regina mit dem Auto fahren würden, sodass wir keinen Stress mit dem Trasport haben würden. Blöderweise hatte Regina am Morgen des Festivals einen Arzttermin mit ihrer Tochter und konnte daher im letzten Moment doch nicht mit fahren. Ich bin immer wieder erstaunt wie viele Din ge hier in Afrika dann doch in der letzten Minuten geregelt werden können. Connie hatte nämlich am Tag vorher einen bekannten Polizisten getroffen, der auch gerne zum Festival fahren wollte, aber noch keine Karte hatte. Perfekt, wir haben ihm also die Karte von Regina verkauft und ausgemacht, dass er uns dann mitnimmt.
Wir haben den Polizisten dann auch wie vereinbart in Ohrigstad getroffen, nur leider hatte dieser zu diesem Zeitpunkt schon einige Biere intus. Eigentlich kein Problem, aber der Gute musste ja noch fahren. Die Jungs sind dann mit ihm gefahren und wir Mädels mit Connie, aber alle hatten ein sehr schlechtes Gewissen. Wer kann schon ahnen, dass ein Polizist soo viel trinkt und dann auch noch fährt!?
Zum Glück sind wir alle heil in Phalaborwa angekommen. Zuerst sind wir zu unserer Unterkunft für die Nacht gefahren (Bekannte von Mama Clara, ganz nette Leute). Und dann ging´s auch schon weiter ins Rugby-Stadion zum Festival. Das Ganze sollte um 12Uhr anfangen. Wir haben aber mal wieder den afrikanischen Zeitfaktor nicht beachtet. Man konnte zwar schon gegen 13Uhr rein, aber es war noch absolut gar nichts los. Eine Bühne war aufgebaut und drum herum einige Fressbuden und Billigzeugs. Nachdem wir unsere erste Runde gedreht hatten, war uns also erst mal langweilig. Wir Mädels haben uns sogar vor lauter Langeweile ein Tattoo machen lassen (natürlich kein echtes...).
Gegen 18Uhr hat dann das eigentliche Festival angefangen. Die ersten DJ´s legten auf (beim ganzen Festival lief nur diese afrikanische Techno-House Musik, die sonst nur in den Taxis läuft. Einen Abend lang kann ich mir das anhören, aber länger auch nicht...) und das Stadion füllte sich langsam. Die Stimmung wurde dann auch immer besser. Erstaunlicherweise waren wir mal wieder fast die einzigen Weißen. Daran sind wir ja schon gewöhnt, aber ich muss schon sagen, es nervt einfach wenn man alle 2 Meter einen Heiratsantrag bekommt, oder sonst wie angequatscht wird. Aber gut, es war trotzdem sehr lustig.
Es gab nebenan sogar eine Art Kirmes, allerdings waren die Fahrgeschäfte schon sehr, sehr alt. Wir haben trotzdem eine Fahrt für 5 Rand (also ca. 50 cent) gewagt.
Ansonsten wurde natürlich kräftig gefeiert und getanzt. Die Afrikaner wollten uns immer zeigen wie toll sie tanzen konnten und meinten, wir hätten´s einfach nicht drauf. Da muss ich ihnen leider recht geben =)
Natürlich wollten wir später nicht mehr mit dem besoffenen Polizisten nach Hause fahren. Zum Glück kam dann noch Tshepo vorbei, den haben wir mal auf einer anderen Feier kennengelernt. Der hat sogar einen Mini Cooper! Zum Glück hat er uns dann nach Hause gebracht und am nächsten Tag sogar noch nach Kgautswane gefahren. Glück gehabt.
Ach ja, hier ist es übrigens so, wenn man irgendwo eingeladen wird, bekommt man meistens noch ein Geschenk. Recht komisch, denn wir sind es ja eher gewöhnt ein Geschenk für den Gastgeber mitzubringen. Aber nein, hier geht kein Gast aus dem Haus ohne Frühstück und Geschenk. Diesmal haben wir alle eine Original Tupper Brotbox bekommen, weil die Dame des Hauses seit Jahren Tupperwarenverkäuferin ist. Jahaa, Tupperware gibt’s selbst im ländlichen Afrika!

Die Amelie und ich.

Die waren ganz cool. Bestimmt total bekannt in Afrika.

Über Tag konnte man sich die Zeit nur am Bierstand vertreiben.

Das war ein richtig schönes, altes Kettenkarussel. Hab mich teilweise gefühlt, wie in so nem alten Film.

Mit diesem Fahrgerät von Anno Tubak sind wir gefahren. Ich hatte n bisschen Angst, dass sich ein paar Schrauben lockern....

Hier seht ihr eine afrikanische Kirmes

In 8 Tagen geht´s in den Urlaub nach Cape Town!!! Ich freu mich schon sehr!!!

Mittwoch, 7. März 2012

News aus der Schule

 Heute berichte ich euch mal wieder etwas von meiner Arbeitsstelle, der Maokeng Senior Secondary School.
Meine Englisch Klasse!! Sind aber nicht alle auf dem Foto. Normalerweise sind in der Klasse 55 SchülerInnen.





















Soweit laeuft alles ganz gut mit meinen beiden Klassen. Im Unterricht arbeiten wirklich viele
SchülerInnen mit, was mich natürlich freut. Anfangs haben sie sich kein einziges Mal gemeldet, aber mittlerweile wissen sie, dass es nicht schlimm ist auch mal was falsches zu sagen. Das frustrierende ist nur, dass die Tests dann leider doch meistens schlecht ausfallen. Die große Problematik ist, dass sie keine gute Lesekompetenz haben und das auch nicht gut üben. Das heißt, wenn ich ihnen einen Text gebe und sie mir anschließend sagen sollen was drin steht, haben sie meistens keine Ahnung. Naja, ich versuche trotzdem die Schüler zu motivieren und teste immer wieder verschiedenen Methoden. Letzte Woche haben wir eine Gruppenarbeit in Englisch gemacht. In Kleingruppen sollten sie sich Rollenspiele zum Thema: Wie erstatte ich Anzeige bei der Polizei? überlegen. Das hat auch wirklich gut geklappt. Alle haben gut mitgearbeitet.

Dann ist noch ein kleines Wunder passiert. Sport steht leider in Afrika nicht auf dem Lehrplan, aber mittwochs ist Sporttag bei uns (was bisher nur hieß, dass alle ihre Schul-T-Shirts trugen). Nach der Schule können die SchülerInnen jetzt in verschiedene AG´s gehen. Es gibt zum Beispiel eine Schach-AG, Traditioneller Tanz, Soccer (nur leider haben wir natuerlich kein Fussballfeld sodass das ausfaellt) und seit neuestem: Volleyball und Gymnastics. Das machen Amelie und ich:
Sie geben sich wenigstens Mühe =)
Amelie beim Volleyball-Training.

Sie hat heute zum ersten Mal ein Rad geschlagen!

Sieht doch gar nbicht so schlecht aus, oder? Die Mädels haben vorher noch nie wirklich geturnt.

Ich mit meinen Gymnastic-Mädels =)
Wie ihr seht gibt es keinerlei Equipment, noch nicht mal einen richtrigen Volleyball. Aber was soll's, es geht ja auch mit einem anderen Ball... Meine Gymnastic- Maedels muessen auf dem harten Boden turnen, was die Uebungen natuerlich sehr einschraenkt. Naja mal sehen ob sie bald einen Salto koennen ;D

Dann noch was zum Essen. Die SchülerInnen bekommen jeden Tag Mittagessen in der Schule. Meistens Pub mit einer Soße. Das wird dann in große Kisten gefüllt und in die Klassenzimmer gebracht, so wie hier:

Hier seht ihr Jungs aus meiner Mathe-Klasse mit dem schmackhaften Mittagessen.

Clement mit dem heutigen Mittagessen: Stampa und Bohnen. Vin links nach rechts: Beauty, Clement, Tumiso und Tsietsi (Ich bin so stolz, dass ich endlich ALLE Namen kann!)
Es gibt übrigens drei Teller Bohnen für die ganze Klasse, wenn jemand mehr will muss er sich das kaufen. Die SchuelerInnen kaufen meistens noch so ein orangenes Zeug. Das soll eingelegte Mango in einer scharfen Soße sein. Ich hab das mal probiert, schmeckt irgendwie seltsam. Jedenfalls nicht nach Mango...
Das Essen wird von unseren Kuechenladies über offenem Feuer gekocht und schmeckt auch dementsprechend. Amelie und ich haben es am Anfang probiert, aber ich kann das einfach nicht jeden Tag essen. Wir nehmen uns Brote mit oder kaufen uns fuer ein paar Rand Fatballs (aehnlich wie Berliner). Oder wir machen uns Instant Porridge, was auf die Dauer natuerlich auch nicht so gesund ist. Zum Glueck gibt bes im Center Mittagessen, wenn wir aus der Shcule kommen.